Urlaub in Kloster und Natur

Evangelische Jugend Upland bietet Alternativen zu Zeltlagern

Zeltlager waren wegen der Pandemie nicht drin – doch „Urlaub ohne Koffer“ in der Natur (links) und eine Jugendfreizeit im Kloster Flechtdorf boten eine schöne Alternative.
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Zeltlager waren wegen der Pandemie nicht drin – doch „Urlaub ohne Koffer“ in der Natur bot eine schöne Alternative.

Weder Kinder noch Jugendliche konnten dieses Jahr die Zeltlager der Evangelischen Jugend Upland genießen – Bad Karlshafen und Korsika blieben wegen der Pandemie in weiter Ferne, für viele waren Ferien in der Heimat angesagt. Doch für beide Gruppen hat die evangelische Jugend einen Ersatz gefunden, der überraschende Vorteile bot.

Willingen (Upland) – „Urlaub ohne Koffer“ hieß es für die acht- bis 13-Jährigen, berichtet Viola Wilke: Vier Wochen lang gab es für sie in Usseln ein Programm rund um die Natur. Jede Woche war eine feste Gruppe dabei, insgesamt waren es 60 Mädchen und Jungen. Montags erforschten sie den Wald und bauten Hütten, dienstags gingen sie den Fragen nach, warum Menschen und Windräder Luft brauchen und wie sie selbst etwas fliegen lassen können. Mittwochs suchten sie Kräuter und pressten sie, Donnerstag waren die Sonne, ihre Energie und ihre Planeten Thema. Teilgruppen gingen dienstags und donnerstags auf dem Diemelsee Kanu fahren. Das Finale der Woche war jeweils eine Bachwanderung durch die Diemel, bei der Bäume und tiefe Stellen überwunden wurden.

Ein Hygienekonzept wurde ausgearbeitet: Wo möglich wurde Abstand gehalten, im Zelt hatte jeder einen festen Platz – weil das Wetter mitspielte, wurde es kaum gebraucht. Durch die festen Gruppen konnten die Kinder sich aber auch näher kommen und ausgelassen spielen. Je fünf Ehrenamtliche unterstützten Viola Wilke, über die vier Wochen waren es insgesamt zwölf. Für die Eltern sei der lange Zeitraum von 8 bis 18 Uhr eine Entlastung – und viele der Kinder hätten Interesse am Zeltlager im nächsten Jahr angekündigt.

Für die Jugendlichen ging es nicht viel weiter weg: Sie zogen sich für eine Woche ins Kloster Flechtdorf zurück. Übernachtungsangebote seien für die selbstständig werdenden jungen Menschen wichtig, und das Kloster bot den vier Jungen und acht Mädchen ausreichend Raum, um zu schlafen oder Nächte durch zu quatschen, berichtet Uli Faß-Gerold.

Mit Korsika sei ein Traumziel abgesagt worden, aber die meisten dafür angemeldeten Jugendlichen ließen sich auf das Kloster ein: „Wir drei Betreuer hatten erst Sorge, wie wir sie beschäftigen – aber die hatten schon Ideen“, erklärt der Jugendarbeiter. Digitales rückte dabei in den Hintergrund, Gesellschafts- und Gruppenspiele waren gefragt. Eine Jurte im Hof verlieh dem ganzen etwas Zeltlager-Atmosphäre, die Jugendlichen bauten Stühle und töpferten, nur für eine Nachtwanderung und eine Fahrradtour verließen sie das Kloster.

„Man merkt, dass Kindern und Jugendlichen etwas fehlt und sie intensiven Kontakt zu Gleichaltrigen brauchen“, merkt Uli Faß-Gerold an – im Kloster hätten sie Gemeinschaft zu schätzen gelernt. Als sie am Ende gefragt wurden, was sie mitnehmen, habe eines der Mädchen diese Antwort parat gehabt: „Wie wenig ich brauche, um glücklich zu sein. Das wichtigste ist, die richtigen Leute um sich herum zu haben.“

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