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Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen-Diemelsee ist Digital-Stützpunkt

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Von: Marianne Dämmer

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Das Gesundheitsnetzwerk Port Willingen-Diemelsee ist Di@-Stützpunkt: (von links) Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Gesundheitslotsin Viktoria Biedermann, Staatssekretärin Anne Janz, Bürgermeister und Port-Vorstand Thomas Trachte sowie Versorgungslotsin Ingrid Potthof.
Das Gesundheitsnetzwerk Port Willingen-Diemelsee ist Di@-Stützpunkt: (von links) Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Gesundheitslotsin Viktoria Biedermann, Staatssekretärin Anne Janz, Bürgermeister und Port-Vorstand Thomas Trachte sowie Versorgungslotsin Ingrid Potthof. © Marianne Dämmer

Das Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen-Diemelsee ist zum „Di@-Stützpunkt“ ernannt worden: „Digi-Lotsen“ schulen Senioren. 

Willingen – Ein neues Schild am Eingang des Gesundheitspavillons in Willingen weist darauf hin. Anne Janz, Staatssekretärin im hessischen Ministerium für Soziales und Integration, überreichte die Auszeichnungsurkunde und stellte einen Bewilligungsbescheid für Technik in Aussicht.

Damit nimmt das Gesundheitsnetzwerk nun teil an dem hessischen Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“: Es werden Ehrenamtliche zu Digital-Lotsinnen und -Losten ausgebildet, um Senioren in die digitale Welt zu begleiten, ihre Medien- und Technikkompetenz zu schulen und sie dahingehend zu beraten. „Mit dem Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ wurde ein sehr niedrigschwelliges und wohnortnahes Angebot zur Vermittlung notwendiger digitaler Kompetenzen geschaffen, um gerade ältere und oft weniger mobile Menschen in die digitale Welt zu begleiten“, erklärte Staatssekretärin Anne Janz bei der Übergabe.

„Digital im Alter – Di@-Lotsen“

Das Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ startete im Juli 2021 zunächst mit sieben Stützpunkten. 2022 kamen in einer ersten Erweiterungsrunde elf neue Stützpunkte hinzu, sodass es aktuell 18 Stützpunkte in Hessen gibt, darunter das Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen-Diemelsee.

Seit Beginn des Digital-Projekts wurden nach Angaben des Ministeriums 118 Digi-Lotsinnen und -Lotsen geschult. Die Federführung für das Programm „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ liegt bei der Hessischen Staatskanzlei.

Das Sozialministerium finanziert und unterstützt die Schulung der Lotsen, das Digitalministerium stellt die Technikförderung für die Stützpunkte bereit. Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ unterstützt, begleitet und berät die Di@-Lotsen-Stützpunkte. Das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen führt die Schulungen durch und bietet zudem kompetente Medienunterstützung mit Sprechstunden für alle Di@-Lotsen an. Im Jahr 2022 stehen insgesamt über 130 000 Euro zur Verfügung.

Als „Digi-Lotsen-Stützpunkt“ können sich Organisationen wie etwa Kommunen, Vereine, Kirchen, Unternehmen oder auch Stiftungen bewerben. Sie machen das Angebot jeweils vor Ort bekannt, koordinieren die Nachfrage und stellen die Technik bereit. (red/md)

Digi-Lotsen zeigen Senioren zum Beispiel, wie Nachrichten über Messenger-Apps geschrieben werden oder wie über Video-Anrufe kommuniziert werden kann. Außerdem werde Wert auf Sicherheit im Netz gelegt. So könnten geschulte Senioren nicht nur leichter Kontakt zu Angehörigen halten. Auch mit Blick auf Telemedizin sei Medien- und Technikkompetenz von großem Vorteil, sagte Anne Janz: „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen. Mit solchen Projekten können wir herausfinden, wie das Angebot noch besser gemacht werden kann. Dass das Leuchtturm-Projekt PORT sich dafür beworben hat, freut uns sehr.“

Thomas Trachte, Bürgermeister in Willingen und Vorstand von PORT Willingen-Diemelsee, nahm die Urkunde von der Staatssekretärin entgegen: „Wir freuen uns, ab sofort auch Digital-Stützpunkt zu sein und unsere bisherige Arbeit im Netzwerk um einen digitalen Baustein zu ergänzen“, betonte er. Ziel sei es nun, weitere Verknüpfungen zum Tourismus herzustellen. „Wir brauchen ein weiteres Standbein, wenn wir in die Lage kommen wollen, PORT weiter zu finanzieren. Da sehe ich im Kurwesen wesentliche Ansatzpunkte“, erklärte Thomas Trachte.

Erste Ehrenamtliche bereits geschult

Beworben hat sich „PORT“ für das Digital-Projekt in der zweiten Förderwelle, weil es perfekt in das PORT-Konzept passe, erklären Gesundheitslotsin Viktoria Biedermann und Versorgungslotsin Ingrid Potthoff. Neben der Ausbildung der Ehrenamtlichen erhalte PORT einen Betrag in Höhe von 1500 Euro für die Anschaffung von Technik. „In Willingen haben sich die ersten interessierten Ehrenamtlichen bereits zu einer Informationsrunde zusammen gefunden, das Alter reicht von 14 bis 50 plus“, sagt Viktoria Biedermann.

Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese sagte, der Landkreis begleite das PORT- Projekt mit großem Interesse. Es sei eine Blaupause dafür, wie die medizinische und pflegerische Versorgung auf dem Land bestmöglich zu organisieren sei. Da dürften digitale Chancen nicht ausgeschlossen werden. „Wir müssen es auf alle Kommunen herunterbrechen“, so Frese.

Kappelhoff: „Ideale Ergänzung für unser Netzwerk“

Das Digital-Projekt des Landes Hessen ist eine ideale Ergänzung für unser Netzwerk“, sagt PORT-Geschäftsführerin Dr. Katharina Kappelhoff im Gespräch mit der Waldeckischen Landeszeitung. „Wir erhoffen uns durch die Teilnahme weitere Informationen und praktische Erfahrungen dafür, wie wir unser Angebot noch passgenauer machen können. Ein ‘Dafür sind wir nicht zuständig’ gibt es bei uns nicht – wir möchten bei der patientenorientierten Primär- und Langzeitversorgung für alles zuständig sein und engagieren uns für ein abgestimmtes Konzept“, betont Katharina Kappelhoff. Konkret stehe aktuell fest, dass eine digitale Notfallmappe erstellt werden solle, die den Klienten zur Verfügung gestellt werde. (Von Marianne Dämmer)

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