Hochheidetag am 11. August in Niedersfeld

Die Heide über Willingen blüht auf

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Die Heide auf dem Ettelsberg beginnt zu blühen - Gäste wie Jules aus den Niederlanden genießen die Waldbeeren.

Willingen. Eine Freude für Augen und Gaumen: Die Heideblüte hat begonnen. Wanderer genießen den sich ausbreitenden violetten Farbteppich, Beerenpflücker die Fürchte.

Dass die Heideblüte begonnen hat, ist nicht nur ein beeindruckendes Naturschauspiel für Wanderer: Auch die Blaubeeren und Preiselbeeren sind reif – ein idealer Zeitpunkt für einen schönen Ausflug, vermeldet die Gemeinde Willingen. Die Heideflächen wie die auf dem Ettelsberg ziehen derzeit viele Besucher an.

Das warme Wetter habe die blau und rot glänzenden Früchtchen üppig gedeihen lassen – und jeder kann sich am Büffet der Natur bedienen. Gerade für Kinder ist die Beerenernte ein Spaß. Sie dürfen naschen und sogar ein Eimerchen für zuhause füllen. Heidelbeeren eignen sich etwa für Pfannkuchen Torten, Smoothies oder Marmeladen. Um die Heide zu erhalten, sind das Kämmen der Beerensträucher sowie die professionelle Ernte nicht gestattet, teilt die Gemeinde mit.

Den Fotoapparat mitzunehmen, lohnt sich: Zwischen der purpurnen Besenheide, wissenschaftlich Callunis genannt, wachsen bizarre Krüppelkiefern, schlanke weiße Birken, Ginsterbüsche, Moose, Farne und andere seltene Pflanzen, die sich in den kargen Höhenlagen wohl fühlen. Wandern oder Radfahren in der Heide braucht keine besondere Kondition. Auf dem Hochplateau gibt es kaum Steigungen zu bewältigen. Es gibt steilere und einfachere Wege hinauf, auch Seil- und Sesselbahn fahren hoch.

Die sich lila färbende Hochheide erfreut schon die allerjüngsten Gäste wie Leonard aus Münster.

Die Geschichte der Hochheide führt Jahrhunderte zurück. Buchenwälder wurden abgeholzt, um den Bergbau voran zu treiben. Infolgedessen breiteten sich auf den Bergkuppen Heidesträucher aus. Sie sind heutzutage selten in Deutschland – doch im Upland existiert diese rare Kulturlandschaft noch, auch auf dem Osterkopf und dem Kahlen Pön bei Usseln befinden sich große Flächen. Wanderer begegnen dort öfters Schafen, welche die Landschaft erhalten: Sie fressen überzählige Pflanzenschösslinge, lassen aber das Heidekraut in Ruhe. 

Hochheidetag wird am 11. August in Niedersfeld gefeiert

Um die besondere Landschaft gebührend in Szene zu setzen, wird am Sonntag, 11. August, der dritte Hochheidetag gefeiert. Auftakt ist eine Sternwanderung nach Niedersfeld ab 9 Uhr. 

An der Hochheidehütte warten den Tag über Aktionen, das Begleitprogramm ist kostenfrei. Ab 10.30 Uhr kann gefrühstückt werden, Anmeldungen werden unter hochheidetag@winterberg.de erbeten. 

Unter anderem gibt der Lehrbienenstand Infos zum Insektenschutz und die Rollende Waldschule der Kreisjägerschaft präsentiert heimische Tierarten. Kinder basteln Wollschafe – die Originale erhalten die Hochheide schließlich als „natürliche Rasenmäher“. 

Tierische Heidepfleger spielen beim Hochheidetag eine große Rolle - hier bei der zweiten Auflage 2018 auf dem Kahlen Pön.

Kräftig schallen die Stimmen der Teilnehmer beim Herdensingen um 12.15 Uhr über die Heide. Danach wird ein ökumenischer Gottesdienst in freier Natur gefeiert. Ab Mittag entdecken Gäste die Umgebung bei unterschiedlich konzipierten Themenwanderungen. Um 15.30 Uhr besteht als Abschluss Gelegenheit zu einem Kaffeklatsch. Teilnehmen kann jeder, vom Kind bis zum Senior. Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, nutzen gratis das Wandertaxi, das ab 11.30 Uhr ab der Niedersfelder Kirche fährt. 

Unter anderen laden die Tourist-Informationen Winterberg und Willingen, der Naturpark Diemelsee, der Verkehrsverein Niedersfeld und der Upländer Gebirgsverein Willingen ein. red

  

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