Vom Kindheitstraum zum Bundessieger im Traumberuf

Hufschmied Simon Emde aus Eimelrod hat Talent für heiße Eisen

Willingen-Eimelrod. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin hat die Bundessieger im diesjährigen Leistungswettbewerb ausgezeichnet. Als bester Metallgestalter nahm Simon Emde aus Eimelrod seine Urkunde entgegen..

Der 20-Jährige hat in seinem Berufsleben schon viel erreicht. Als Landessieger des Landes Hessen konnte sich Simon Emde bereits über eine Begabtenförderung freuen, er ist ausgebildeter Hufschmied und besucht gerade die Meisterschule für Metallgestaltung.

Feuer und Flamme für Eisen

Schon mit acht Jahren faszinierten ihn Feuer und Eisen. Er war begeistert, wenn er Filme oder Bilder sehen konnte, in denen glühendes Eisen geschmiedet und gehämmert wurde. Vater Karl Heinz Emde erinnert sich noch gut: „Nach dem Schulpraktikum bei einem Schmied gab es kein Halten mehr. Ich habe ihm dann eine kleine Schmiede bei uns eingerichtet und er hat angefangen, die ersten Nägel zu bearbeiten und sich auch schon an Hufeisen ausprobiert. Er hat in alten Büchern gelesen, wie man früher gearbeitet hat und noch immer kann er kein Buch, das sich mit der Schmiedekunst beschäftigt, aus der Hand legen“. Während seiner Ausbildung zum Hufbeschlagsschmied in der Lehrschmiede der Justus-Liebig-Universität hat Simon Emde rund 3000 Eisen geschmiedet und kann auch heute noch stundenlang über die verschiedensten Formen des Beschlags erzählen.

„Spannend ist ja auch das Drumherum“ erzählt er. „Man muss eine Menge wissen über die Anatomie der Pferde, denn das, was ich am Huf mache, hat Auswirkungen auf den gesamten Pferdekörper und ein fachlich guter Hufbeschlag kann durchaus auch ein Pferdeleben verlängern.“

Für Emde hat ein Hufschmied nicht nur die Aufgabe, die Hufe des Pferdes zu bearbeiten: „Er kann und sollte als Pferdefachmann den Pferdehalter und Reiter aufklären und umfassend informieren“. Um auch für Problemfälle gerüstet zu sein, schmiedet er selbst immer wieder eigene Eisen, um jedes Pferd individuell behandeln zu können.

Seinen Wagen, mit dem er von Stall zu Stall fährt, hat er natürlich selbst umgebaut und genauso eingerichtet, wie er es braucht. Gut 30 Pferde betreut er im Augenblick regelmäßig und freut sich schon darauf, nach der Meisterschule, wie er sagt, „richtig loslege“ zu können.

Adler als Meisterstück

Für den Meistertitel „Metallgestaltung“ aber ist nicht nur der richtige Umgang mit heißen Eisen gefragt. Neben der Theorie müssen mit Fantasie und Ideen vorgegebene und eigene Entwürfe umgesetzt werden. Ob Zaun, Tor, Geländer oder Fenstergitter – der Metallgestalter sollte für alles eine Lösung haben. Und manchmal entsteht aus dem Handwerk auch Kunst. Simon Emde wird als Meisterstück einen Adler schmieden. „Ich habe dafür viel über traditionelle Schmiedetechniken gelesen und auch schon ausprobiert, denn jedes Detail soll stimmen. Der Adler steht für mich für Ausdauer, Macht, Stärke, Freiheit und Souveränität und das soll meine Arbeit auch widerspiegeln.“ (Von Barbara Liese)

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