Insolvenzverfahren eröffnet

Badmöbel Kesper: Investoren-Entscheidung wohl bis Monatsende

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Zukunft weiter unentschieden: Das Insolvenzverfahren der Firma Wilhelm Kesper ist am 1. Oktober eröffnet worden. Ob ein Investor einsteigt oder übernimmt, soll sich bis Monatsende klären.  

Willingen. Das Insolvenzverfahren bei Badmöbel Kesper ist eröffnet worden - und weitere Entscheidungen stehen an.

Gut eine Woche nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Willinger Traditionsbetrieb Badmöbel Kesper läuft der Geschäftsbetrieb im vollen Umfang weiter: Das teilt Rechtsanwalt Hartmut Mitze mit, der am 1. Oktober vom Korbacher Amtsgericht zum Insolvenzverwalter bestellt wurde.

„Die Produktion läuft derzeit uneingeschränkt weiter, Bestellungen von Kunden werden – wie bisher – vollständig bearbeitet“, erklärt der Frankenberger Jurist. Bereits im August hatte er als vorläufiger Insolvenzverwalter verkündet, dass der Betrieb seine Geschäftsbeziehungen mit den meisten Kunden vorsetzen könne. Ein größerer Abnehmer der Badmöbel lehnte weitere Belieferungen ab, solange die Insolvenz besteht.

Entscheidend für den Ausgang ist der „Investorenprozess“ – also Verhandlungen darüber, ob ein Interessent einsteigen oder übernehmen will. Abgeschlossen ist er noch nicht,eine Entscheidung fällt laut Hartmut Mitze voraussichtlich bis Ende Oktober. Am 7. Dezember ist am Insolvenzgericht ein Termin anberaumt worden, um die Lage zu erörtern und über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Von den vormals 92 Arbeitnehmern des Betriebes sind noch 59 beschäftigt. Insolvenzgeld wurde bis September bezahlt, seit diesem Monat erhalten sie ihren Lohn aus der Insolvenzmasse.

Die Belegschaft war am 11. Juli über den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens informiert worden. Als Grund für die Entwicklung nannte Hartmut Mitze gegenüber der WLZ „massiven Umsatzrückgang in den vorigen Monaten, der bedingt war durch die verzögerte Abnahme von Lieferungen eines großen Kunden“. Auch Konkurrenz aus Osteuropa sei wegen des niedrigeren Lohnniveaus ein Problem.

Johannes Kesper gründete das Unternehmen 1862: Er betrieb einen Holzhandel. In den 1950er-Jahren trieb sein Enkel Wilhelm Kesper die Industrialisierung voran, wird im Firmenporträt geschildert. Seit den 1970er-Jahren ist das Unternehmen ausschließlich auf Badmöbel fokussiert. In vierter Generation leitet Hans-Jörg Kesper den Betrieb.

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