Brücke zwischen Bahnhof und Seilbahn

Land Hessen fördert Promenade in Willingen mit 680.000 Euro

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Touristischer Brückenschlag: (von links) Detlef Ückert, Reinhold Lohmar und Manfred Stremme vom Gemeindevorstand, Thomas Trachte, Jens Deutschendorf, Armin Schwarz und Büroleiterin Christina Hochbein, die das Fördermanagement unter sich hat.

Willingen. Bessere Besucherlenkung und kurze Wege soll die für nächstes Jahr geplante Promenade zwischen Bahnhof und Seilbahn bringen. Ein Vorhaben, welches das Land unterstützt.

Keine bloße Verbindungsbrücke, sondern eine Promenade soll zwischen Willinger Bahnhof und Ettelsberg-Seilbahn entstehen: Ansprechend gestaltet, fünf Meter breit und barrierefrei. Einen Förderbescheid des Landes Hessen über 680. 000 Euro für das 1,3-Millionen-Projekt überreichte Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, gestern im Rathaus – zusammen mit einem weiteren Bescheid über 245. 000 Euro für dazugehörige Toilettenanlagen.

Die Idee zur Brücke kam aus der Willinger Wirtschaft, die das Projekt mit gut 200 000 Euro unterstützt. Die eigentliche Brücke soll gut 70 Meter lang sein und ihren südlichen Endpunkt neben dem Skiverleih Neuhaus haben. Ein Ausstieg geht direkt zum Bahnhofsgelände hinab, gut 100 Meter barrierefreie Rampe führen bis zum Gehweg an der Bundesstraße.

Ein städtebauliches Schmuckstück soll die Promenade werden, verspricht Bürgermeister Thomas Trachte: Mit ansprechender Gestaltung, Beleuchtung und Bänken. Darüber erfülle sie mehrere Funktionen: So soll erstens eine durchgängige Flaniermeile vom Rathaus zum Bahnhof und über die Brücke zur Ettelsberg-Seilbahn entstehen – von wo aus Lagunenbad und Besucherzentrum, Skigebiet Sonnenhang/Ritzhagen und K1 nahe liegen.

Zum Willinger Bahnhof soll die Brücke einen Ein- uns Ausstieg bieten.

Zweitens soll die Promenade die Besucherströme zwischen Seilbahn und Ortskern aus dem Bereich Kurgarten und Neuer Weg weglenken – auch als Idee gegen die Probleme des Clubtourismus. Die Parkplatzprobleme im Ortskern sollen durch eine direkte Anbindung der Stellflächen nahe der Seilbahn gelindert werden. Und letztlich soll die direkte Verbindung von Bahnhof und Skigebiet zusammen mit attraktiveren Fahrtakten die Anreise per ÖPNV beliebter machen.

Im Bereich der Promenade sollen für 500. 000 Euro Toiletten entstehen, erläutert die für das Fördermanagement verantwortliche Christina Hochbein: fünf Unisex-Anlagen, dazu eine barrierefreie. Das Äußere soll ansprechende Motive zeigen, der Boden sich selbst reinigen. Dem Skigebiet mangele es an Toiletten, erklärt Trachte, bessere Versorgung gehöre zu Qualität.

Bei beiden Projekten sei Barrierefreiheit zentral, erklärte Jens Deutschendorf: „Für zehn Prozent ist sie unentbehrlich, für 40 Prozent eine Vereinfachung – und am Ende für alle komfortabler.“ Reinhold Lohmar begrüßt als Vorsitzender des Behindertenbeirats, dass die Promenade Älteren und Menschen mit Einschränkungen den Weg durch Willingen erleichtere.

Die Fördermittel kommen aus einem Topf zur Förderung regionaler Wirtschaftsstruktur, erklärt Deutschendorf: Willingen trage mit 1,3 Millionen Übernachtungen wesentlich zu den 50 Millionen auf Landesebene bei; lokal sichere der Tourismus Arbeitsplätze. Landtagsabgeordneter Armin Schwarz rückt das in Perspektive: Mit einem Tausendstel der hessischen Bevölkerung verzeichne Willingen mehr als drei Prozent der Übernachtungen.

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