Schon mehrmals ganz nah dran

Michael Fiedler ist Schützenkönig in Schwalefeld

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Entscheidenden Treffer gesetzt: der neue Schützenkönig Michael Fiedler (Mitte) mit Ehefrau Edelgard sowie den Flügelschützen Adrian Sperlich (links) und Dirk Blömeke.

Willingen-Schwalefeld. Eines der spannendsten Vogelschießen gab es Montag - dank neuer Kniffe am Wettbewerb, vier Kontrahenten und des Triumphs eines langjährigen „Wackelkönigs“.

Wie oft Michael Fiedler den Titel des „Wackelkönigs“ schon mit nach Hause nahm, indem er den letzten Schuss vor dem Königstreffer setzte, weiß er selbst aus dem Stand nicht – mindestens dreimal, wenn nicht fünf. Doch dieses Mal war er es, der den Vogel von der Stange schoss. Nach tosendem Jubel standen die Schützen Schlange, um ihm zu gratulieren, und applaudierten erneut, als Vorgänger Andreas Kesper dem 56-Jährigen die Königskette umhang und die neue Königin Edelgard die Krone der Regentin Ann-Christin empfing. „Das Gefühl ist unbeschreiblich“, freute sie sich am letzten Tag des Festes, das schon mit dem Festzug begeistert hatte.

Michael Fiedler ist Mitarbeiter einer Willinger Wanderhütte, seine Frau kaufmännische Angestellte. Der neue König engagiert sich im Ortsbeirat und im Vorstand des Sportvereins; die Regentin ist Kassiererin im Gesangverein. Sohn Tobias schoss ebenfalls mit, Tochter Kira nahm die freudige Nachricht bei einem Austausch in Australien entgegen.

Der „Wackelkönig“ war diesmal Vereinswirt Thomas Vonhoff – doch jeder der vier Wettbewerber hätte es werden können: Auch Adrian Sperlich und Sebastian Becker waren bis zum Ende dabei, ließen die den Vogel hoch in der Luft haltende Stange splittern und spekuliertenbis zum entscheidenden 77. Schuss mit ihren Kameraden, wo sie ihren Treffer anbringen müssten. Am Ende behielt Pfarrerin Katrin Schröter recht: „Alle tragen dazu bei, dass einer am Ende des Glückliche ist“

Der Wettbewerb hatte schon spannend begonnen: Keine zwanzig Minuten dauerte es, bis Schießwart Dirk Blömeke mit dem 57. Schuss den ersten Flügel abschoss, nur zehn Treffer später eroberte Adrian Sperlich zu seinem eigenen Erstaunen den zweiten. Das Tempo hatte durchaus System: Der Verein hat eine neue Zieleinrichtung angeschafft, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Michael Donath – im Vorjahr waren mehr als 200 Schuss allein für die Flügel nötig.

Dass der neu gestaltete Vogel auch schwerer ist und schräger hing, beschleunigte dessen Absturz, erläuterte Vorsitzender Volker Leyhe, bevor die Schützen in die Halle einmarschierten und ihr neues Königspaar am letzten Tag des Schützenfestes gebührend feierten.

Fotos zum Vogelschießen in Schwalefeld

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