Lieferanten der Upländer Molkerei solidarisieren sich mit in München demonstrierenden Milchbauern

Milchmenge am Bedarf orientieren

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Die sinkenden Milchpreise sind für viele Bauern ein Grund zur Sorge.Foto: dpa

Willingen - Seit einer Woche machen sich deutschlandweit Milcherzeuger auf den Weg nach München, um gegen zu niedrige Preise zu protestieren. Die Bauern der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, die ihre Biomilch an die Upländer Bauernmolkerei liefern, bekunden ihre Solidarität mit den auf herkömmliche Art wirtschaftenden Kollegen.

„Der viel zu niedrige konventionelle Milchpreis droht, bäuerliche Existenzen zu vernichten“, sagt Vorsitzender Josef Jacobi.

Jedoch liege die Lösung nicht in einer Förderung des Exportes, den laut Jacobi hauptsächlich Großmolkereien wünschen würden. Wer auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein wolle, brauche billige Milch in großen Mengen - zu höheren Preisen für die Erzeuger führe das nicht, sagt Jacobi: „Das ist halt Marktwirtschaft: Wenn zu viel von etwas da ist, sinkt der Preis.“ Das Ende der Milchquote nennt er als Hauptgrund für den Preisverfall auf knapp 26 Cent pro Kilo. Bei Biomilch liegt der Preis bei 46 Cent pro Kilo.

Die Upländer Bauernmolkerei gehe mit ihrer regionalen Ausrichtung seit vielen Jahren einen anderen Weg: Die Kunden der Biomilch würden Preise zahlen, welche die Existenz der Bauern sichern. Bei biologisch erzeugten und regionalen Produkten steige seit Jahren die Nachfrage.

Um Überschüsse auch in Zukunft zu vermeiden, haben die Mitglieder der Milcherzeugergemeinschaft Hessen ein Konzept beschlossen, bei dem der Bedarf die Produktionsmenge regulieren soll. Demnach erhält jeder Milcherzeuger ein Lieferrecht für eine bestimmte Menge Milch. Will jemand seine Produktion erhöhen, kann er einen Antrag beim Vorstand stellen. Zurzeit werden solche bewilligt, da der Absatz von Biomilchprodukten weiter wächst.

Bei Überschüssen würden Anträge nicht mehr genehmigt. Liefern Betriebe dennoch mehr Milch als die Stammkunden abnehmen, müsse diese zu einem geringeren Preis verkauft werden. „Bei diesem Modell übernehmen die Milcherzeuger selbst Verantwortung dafür, dass sie keine Mengen über den Bedarf hinaus produzieren“, erklärt Karin Artzt-Steinbrink, die Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei: „Wir hoffen, dass damit auch in Zukunft Überschüsse und damit sinkende Milchpreise vermieden werden können“.(r/wf)

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