Zustimmung für Naturparkplan

Naturpark Diemelsee mit Strategie zum Klimawandel

Das klimabedingte Waldsterben und seine Folgen, hier bei Welleringhausen zu beobachten, sind Auslöser für das Projekt Aktive Regionalentwicklung im Naturpark Diemelsee.
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Das klimabedingte Waldsterben und seine Folgen, hier bei Welleringhausen zu beobachten, sind Auslöser für das Projekt Aktive Regionalentwicklung im Naturpark Diemelsee.

Der Naturpark Diemelsee hat mit dem Naturparkplan seinen Kurs für die nächsten zehn Jahre festgelegt. Für ein Vorhaben zum Klimaschutz gibt es entscheidende Hilfe.

Willingen/Diemelsee/Korbach – Wo soll der Naturpark Diemelsee zu Beginn des nächsten Jahrzehnts stehen? Unter Mitwirkung der Öffentlichkeit wurde in den vergangenen Monaten an Antworten für diese Frage gearbeitet: Der so entstandene Naturparkplan wurde Verbandsversammlung und Vorstand präsentiert und einstimmig angenommen.

Der Plan ist ein Handlungskonzept, mit dem die Verantwortlichen den Pfad in mehreren Feldern abstecken: Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung und nachhaltige Regionalentwicklung.

Das Strategiekonzept sieht 14 Projekte vor, mit einem anfänglichen Investitionsvolumen von 1,715 Millionen Euro bis 2030. Davon wird ein Großteil durch Förderung abgedeckt: Ein ans Bergheiden-Projekt anschließendes Vorhaben zum Biotopverbund von Quellen, Kleinmooren, Bachauen und Naturschutz-Grünland bräuchte 375 000 Euro Förderung. Mit 705 000 Euro unterstützt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung unter dem Titel „Aktive Regionalentwicklung“ mehrere Punkte.

BBSR fördert Modellvorhaben „Wandel von Tourismus und Wald“ im Naturpark Diemelsee

Diese Strategie erläutert der Naturpark in einer Pressemitteilung näher: Die klimatischen Veränderungen in der grenzüberschreitenden Region des Naturparks Diemelsee haben sichtbare Spuren hinterlassen. Große Fichtenbestände, die langen Trockenperioden und dem Borkenkäferbefall nicht standhalten konnten, mussten entfernt werden. Die Tage, an denen Wintersport betrieben werden kann, haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert und auch der Wasserstand des Diemelsees entspricht nicht mehr dem vergangener Zeiten.

Die Mitglieder der Naturparkgremien nehmen diese und weitere Veränderungen in der artenreichen Biodiversitätslandschaft mit großer Sorge wahr. Sie erwarten negative Auswirkungen auf die Lage der Forstwirtschaft und auch Beeinträchtigungen des Tourismus. Mit der Aufstellung von strategischen Entwicklungskonzepten wollen sie dem begegnen und die Naturparkregion zukunftsfähig gestalten.

Dabei gibt es Hilfe: Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn, unterstützt die Akteure mit Fördermitteln in Höhe von rund 705 000 Euro aus ihrem Programm „Region gestalten/Aktive Regionalentwicklung“. Der Eigenanteil des Naturparks beläuft sich auf 78 000 Euro. Die Leuchtturmprojekte sind bis Ende Oktober 2023 zu konzipieren und umzusetzen.

„Wald der Zukunft“ erforschen und besuchen

Es werden vier Versuchsflächen mit einer Größe von jeweils einem Hektar in verschiedenen Höhenlagen und Ausrichtungen angelegt. Auf diesen sollen unterschiedliche Aspekte erforscht werden, etwa neue Baumarten anzupflanzen oder eine „abgeräumte“ Fläche sich selbst zu überlassen. Dabei wird die Widerstandsfähigkeit der Wälder untersucht und diese Einwohnern und Gästen zugänglich gemacht. Geplant ist zudem die Errichtung sogenannter „Viewpoints“, von denen aus sich Besucher ein Bild über die Entwicklungsstadien der Vegetation verschaffen können.

Lehr- Erlebnispfade schaffen

In Diemelsee, Brilon und Korbach werden drei Lehr- und Erlebnispfade angelegt. Diese Pfade führen an den Versuchsflächen der „Wälder der Zukunft“ vorbei. Die Themen erarbeiten derzeit die Mitglieder verschiedener Arbeitskreise. Beispielgebend ist der „Milchpfad Usseln“, der neben der Wissensvermittlung viele Spielelemente enthält und so auch für Familien mit Kindern sehr interessant gestaltet ist.

Mobiler Naturpark

Der Naturpark Diemelsee wird ein mit Forschungsmaterialien ausgestattetes Umweltbildungsmobil anschaffen. Damit werden Schulen, Kindertagesstätten und gegebenenfalls auch Beherbergungsbetriebe angefahren, um Umweltbildung vor Ort anzubieten.

Als vierten Baustein sieht das Projekt vor, Alternativen zum Individualverkehr durch Optimierung der ÖPNV-Angebote zu erarbeiten. Ein Mobilitätskonzept soll etwa Umstiegsmöglichkeiten von Bahn/Bus auf das Rad prüfen. Dienstleistungen rund um das Thema E-Bike wie Verleih, Gepäcktransport und Rückbeförderungsservice sollen verbessert werden. (wf/red)

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