Waldschutz, Umweltbildung und Verkehr

Naturpark Diemelsee will Projekt zur „Aktiven Regionalentwicklung“ starten

Der Wald leidet vielerorts am Klima. Der Naturpark will den „Wald der Zukunft“ mitentwickeln und Bewusstsein für das Thema schaffen. symbol
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Der Wald leidet vielerorts am Klima. Der Naturpark will den „Wald der Zukunft“ mitentwickeln und Bewusstsein für das Thema schaffen. symbol

Der Naturpark Diemelsee hat ein Projekt für die nächsten Jahre vorgestellt: Es geht um den Schutz des Waldes, Umweltbildung und Regulierung des Verkehrs.

Willingen/Diemelsee – Unter dem Titel „Aktive Regionalentwicklung“ will der Naturpark Diemelsee im Sommer ein Projekt starten, das Umweltbildung stärken, den Wald für die Zukunft sichern und die Region besser autofrei erkundbar machen soll. 790 000 Euro sind dafür bis Ende 2023 eingeplant: Es bestehen Aussichten auf 700 000 Euro Fördermittel vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Im ersten Standbein sollen Themenwege angelegt werden, um Klimawandel und -anpassung mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Beim Lernen auf diesen soll auch der Faktor „Spiel und Spaß“ eine Rolle spielen, um das neue Wissen besser verknüpfen zur können, erklärt Benedikt Wrede, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Diemelsee. Zusätzlich solle ein Umweltmobil angeschafft werden, um für Naturparkschulen und andere Interessierte weitere Veranstaltungen zur Umweltbildung und Exkursionen anbieten zu können.

Wegen des Landschaftswandels im Wald möchte der Naturpark zusammen mit unterschiedlichen Waldnutzern einen „Wald der Zukunft“ gestalten und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen stärken. Neben Waldumbau und Wiederaufforstung soll darin auch das Thema Tourismus und Erholung eine wichtige Rolle spielen: „Der Wald soll für alle Nutzer attraktiv und sicher sein“, erläutert Wrede. In allen Naturpark-Kommunen sollen Beispielflächen entstehen, auf denen Faktoren wie Waldentwicklung und Verkehrssicherheit wissenschaftlich untersucht werden. Das Monitoring übernähme der Naturpark. Gesprächspartner seien dabei beispielsweise Domanialverwaltung und Stadtforste, erklärte Wrede bei der Zweckverbands-Versammlung auf Nachfrage von Friedrich Wilke.

Der Zweckverbands-Vorsteher Thomas Trachte führte dies näher aus: „Der Naturpark selbst ist kein Waldeigentümer und hat eingeschränkte Möglichkeiten.“ Der extreme Wandel gerade in den niedrigeren Lagen des Naturparks gebe aber sowohl aus Sicht des Naturschutzes als auch aus der des Tourismus extremen Anlass zur Sorge: „Wir wissen, dass das Gemeinsame mit den Waldeigentümern wichtig ist“, beschrieb Trachte die Grundlage aller Lösungen.

Der dritte Baustein der „Aktiven Regionalentwicklung“ ist die Stärkung des grenzübergreifenden Nahverkehrs zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Tourismus soll nachhaltiger gestaltet werden: Es soll auch ohne Auto möglich sein, die Region zu erleben und möglichst viele Ziele zu erreichen. Dazu soll zum einen mit Nordhessischen Verkehrsverbund und Regionalverkehr Ruhr-Lippe geklärt werden, wie sich der ÖPNV in der Grenzregion stärken lässt, erklärt Benedikt Wrede. Und zum anderen soll der aufstrebende Radtourismus weiter gefördert werden, etwa durch Infrastruktur wie Beschilderung und Ladesäulen für E-Bikes. Im Rahmen des Förderprojekts soll eine Stelle zur Koordinierung mit Karl Briehl besetzt werden.

Parallel arbeitet der Naturpark Diemelsee an einem Vorhaben, das an die Projekte „Bergheiden im Rothaargebirge“ und dessen Vorgänger „Biotop-Verbund“ anschließen soll. Dabei geht es um die Nutzung von Grünland zum Naturschutz. Das Bergheidenprojekt endet dieses Jahr, 790 000 Euro Fördermittel wurden dabei zwischen wissenschaftlichen Monitoring und der Umsetzung von Maßnahmen aufgeteilt, welche die Bergheiden sichern und ausweiten sollen.  (wf/red)

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