Freie Wähler zu Besuch

Neubau der Upländer Bauernmolkerei erkundet

Nachhaltige Aspekte des Molkerei-Neubaus kamen bei den Besuchern gut an – auch der teilweise Einsatz von Holz statt Beton gehört dazu.
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Nachhaltige Aspekte des Molkerei-Neubaus kamen bei den Besuchern gut an – auch der teilweise Einsatz von Holz statt Beton gehört dazu.

Der Baustelle der Upländer Bauernmolkerei können Usselner und Besucher beim Wachsen zuschauen. Einblicke ins Innere gewannen die Upländer Freien Wähler bei einer Besichtigung.

Wer den alten wie den neuen Standort der Upländer Bauernmolkerei gesehen hat, könne sich schon denken: Im Ort waren die Quadratmeter sehr begrenzt, erklärt Projektleiter Detlef Sander. Die Produktionsfläche wird im Gewerbegebiet knapp doppelt so groß wie bisher, um 60 statt 40 Millionen Liter Milch im Jahr zu verarbeiten. Schon im ersten besichtigten Bereich wirkt alles viel geräumiger: Zur Straße hin befindet sich der Bereich, in dem die Tanklaster die Milch anliefern, die Halle bietet Platz zur Arbeit auf den Lastwagen.

Im Produktionsbereich ziehen die ersten Geräte ein: Betriebsleiter Andreas Siegert zeigt den Ventilknoten zwischen Anlieferung und Tanks, wo Rohre für Milch und Reinigungsmittel noch in der Luft hängen – die ersten drei Tanks wurden draußen bereits mit zwei Kränen aufgestellt, drei weitere neue folgen, auch die aus der Ortsmitte sollen umziehen. Im Gebäude stehen schon Bactofugen, die Bakterien nicht bloß über Erwärmung aus der Milch entfernen, sondern sie herausschleudern.

Einige Wände müssen die Besucher sich im Produktionsbereich noch dazu denken, etwa die Trennung zwischen Flaschenreinigung und -abfüllung. Diese ist ein Punkt, der die nachhaltige Produktion fördern soll: Die beste Verpackung sei eine, die weder weggeworfen noch aufwendig recycelt werden müsse, sondern wiederverwertet wird, erklärt Siegert. Drei Millionen Milch- und Joghurt-Flaschen sollen befüllt werden – ein kleinerer Teil der Produktion, aber noch seien konventionelle Supermärkte nicht so erpicht auf die Glasbehälter. „Der Markt muss gefunden werden“, erklärt er.

Besonders ausgeweitet werden die Lagerkapazitäten. Damit soll Vor- und Nachproduktion möglich sein und Lieferverzögerungen nicht den ganzen Betrieb verzögern. „Es soll keine Just-in-Time-Logistik mehr sein“, erläutert Siegert. Das Lager werde übrigens so konstruiert, dass es sich zu einer Erweiterung des Produktionsbereiches umbauen ließe – derzeit reine Zukunftsmusik, aber vorausschauendes Bauen könne sich auszahlen, wenn die Molkerei erneut erweitern wolle.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit prägt auch den Einsatz von Holz statt Beton, wo immer es möglich ist. In der Produktion sei das schwierig, im trockenen Lager und bei den Außenfassaden sieht es aber besser aus. Auch Photovoltaikanlagen und der Einsatz natürlicher Kühlmittel rühren aus Rücksicht auf die Umwelt.

Lange hatte die Molkerei, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, sich Gedanken über den neuen Standort gemacht, auch andere Städte und vorhandene Gebäude erwogen. „Die Gemeinde Willingen und Bürgermeister Thomas Trachte haben sehr viel Wert darauf gelegt, uns hier zu halten“, erläutert Detlef Sander. Kleine Tücken habe das Upland: Der schneereiche Winter warf den Bau vier Wochen zurück, für einen Produktionsstart im Herbst werde auf Hochtouren gearbeitet. Die Usselner sollten sich demnächst übrigens nicht über grünes Leuchten auf der Baustelle wundern: Das sei Teil der Überwachung, die in Zeiten knapper Baumaterialien wichtiger denn je sei.

Die Freien Wähler jedenfalls zeigen sich am Ende der Tour beeindruckt: „Um Hygiene, Lüftung und Energetischen Bau müssen sich genauso viele Gedanken gemacht werden wie um die eigentliche Produktion“, hält Friedrich Wilke fest. (wf)

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