26 statt 22,6 Millionen Euro

Neubau des Willinger Lagunenbads wird teurer

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Mehr als drei Millionen Euro zusätzlich kalkuliert die Gemeinde Willingen für den weitgehenden Neubau des Lagunenbads ein.

Willingen (Upland) – Die Gemeinde Willingen hat die geplanten Kosten für den Neubau des Lagunenbads neu berechnet und kommt nun auf rund 26 Millionen Euro.

Vorsorglich habe sie sich damit der aktuellen Preisentwicklung angepasst, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte der Gemeindevertretung.

Bislang waren die Kosten auf 22,6 Millionen Euro beziffert worden, mit rund elf Millionen Euro Förderung durch das Land Hessen. Eine Nachförderung über 55 Prozent der Zusatzkosten sei schon bewilligt worden, erklärte der Verwaltungschef. Erst Schätzungen hatten vor anderthalb Jahren bei 18 Millionen Euro gelegen - die Decke der östlichen und der Boden der westlichen Gebäudehälfte machen einen fast kompletten Nuenabu nötig.

Auch beim Zeitplan gibt es Änderungen. Bisher war vorgesehen, die Außenanlagen der Sauna im Winter zu erneuern, im Frühjahr dann das Innere des ersten Bauabschnittes rund um die Lagune anzugehen. „Das Ganze ist gar nicht so einfach“, erklärt Trachte nach Detailplanungen etwa zu Leitungen und Pumpen.

Die Erneuerung von Außenbecken, Sauna und Lagune soll im April beginnen, spätestens ab Mai wäre nur noch der westliche Teil um das therapeutische Bewegungsbad nutzbar. Dieses Modell erscheine für den Gast so unattraktiv, dass der Gemeindevorstand favorisiere, zwischen dem Spring-Festival nach Ostern und Dezember komplett zu schließen. Mit der Betriebskommission muss das noch geklärt werden.

Herzstück des Willinger Tourismus: das Lagunenbad.

Während einer kompletten Schließung ließe sich ungestört arbeiten, was auch Kosten spare. Mit benachbarten Bädern und eventuell Hotels wird an Ersatzangeboten gearbeitet, auch damit die „MeineCardPlus“ weiter ein gutes Paket bietet. Wenn der erste Bauabschnitt dann im Dezember zur Verfügung stehe, wäre der zweite schon unbenutzbar, der im November 2021 fertig sein soll.

„Die Attraktivität des Konzepts darf nicht leiden“, erklärte Trachte. Das Lagunenbad müsse marktfähig sein, um wirtschaftlich zu bleiben. Vor einem Jahr waren erstmals Pläne gezeigt worden, was es bieten soll. An einigen Details wurde dennoch gefeilt, um Kosten zu sparen: Das Gebäude des bisherigen Kinderlands abzureißen und nicht weiter zu verwenden, spare eine halbe Million Euro: „Das soll nicht heißen, dass es in Zukunft auf der Fläche nichts gibt.” Ein Whirlpool am neuen Becken wird gestrichen, da die Unterkellerung zu teuer würde und es schon welche an der Lagune geben soll.

Auch vom für das große Becken angedachte Schiff habe die Gemeinde sich verabschiedet: Andere Bäder rieten wegen Rostproblemen davon ab. Für ein Wellenbad in der neuen Kinderlandschaft solle eine kostengünstigere Alternative gefunden werden.

„Durch Einsparungen können wir einen wesentlichen teil der Mehrkosten kompensieren”, sagt Trachte. Für eine Sache wird derweil mehr ausgegeben: „Bisher war für die Inneneinrichtung zu wenig Geld vorgesehen.” Eine Million Euro falle hier an.

Das Lagunenbad sei mit mal einer „roten“, mal einer „schwarzen Null“ für ein kommunal betriebenes Bad sehr erfolgreich, so Trachte. Eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung zeige: „Wir können nach wie vor die getätigte Investition auch erwirtschaften.“

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