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Neue Willinger Chronik von Hans-Jörg Schinze veröffentlicht

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Die neue Willinger Chronik stellten Günter Engemann, Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins, Autor Hans-Jörg Schinze und Hans-Herbert Kesper als Vorsitzender des herausgebenden Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins vor.
Die neue Willinger Chronik stellten Günter Engemann, Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins, Autor Hans-Jörg Schinze und Hans-Herbert Kesper als Vorsitzender des herausgebenden Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins vor. © Hans Peter Osterhold

Von Frühgeschichte über Anekdoten zur Lehrerausbildung im 18. Jahrhundert bis zum blühenden Tourismus-Ort: Hans-Jörg Schinzes Willinger Chronik vereint Historie und Anekdoten.

Willingen – Geschichtliche Fakten, aber auch viele spannende Geschichten und Geschichtchen aus Willingen hat der frühere Einwohner Hans-Jörg Schinze zusammengetragen und als Buch veröffentlicht: ein sehr spannender Fundus für alle, die ihre Heimat lieben.

Grundlage für das Buch sind die Aufzeichnungen seines Vaters, die er ordentlich in Aktenordnern abgeheftet vorfand und studierte. Sein 1899 geborener Vater war ab den 1930er Jahren Lehrer in Willingen, er selbst verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit dort und kennt damit auch Teile der Entwicklung des Ortes aus eigener Erfahrung. So hat er auf 130 Seiten die Geschichte Willingens zusammengefasst von der erdgeschichtlichen Lage über die Frühgeschichte, Entwicklung von Staat, Kirche und Schulwesen, Wirtschaft, Skisport und Tourismus. Das Dorf- und Vereinsleben mit vielen Geschichten und Anekdoten über Bräuche und Menschen runden das Inhaltsverzeichnis ab. Viele Fotos, Bilder, Karten, Skizzen und Dokumente illustrieren das Buch.

Eine Geschichte hat es Schinze besonders angetan: Der Weg in den Lehrerberuf im 18. Jahrhundert. Eine Ausbildung gab es nicht, so wurde der Kandidat vom Pfarrer geprüft: „sittliches Betragen“, „Schrift“, „Rechnen“ und sonstige „Fähigkeiten“ mussten passen, wobei über kleine Fehler schon mal hinweg gesehen wurde. Von dem mageren Schulgeld, das die Eltern bezahlen mussten, aber oft nicht konnten, konnten die meisten nicht leben und brauchten einen Zuerwerb. Auszüge aus dem Prüfungsprotokoll finden sich in der Chronik.

Auch die Geschichte der Malerin Friederike Voigt kennen viele nicht. Manche Texte sind in Platt, die meisten in Hochdeutsch. Historische Begriffe werden in einem Glossar erklärt.

Das Buch wird vom Heimat-, Kultur- und Geschichtsverein Willingen herausgegeben, mit der Unterstützung verschiedener Sponsoren und des Waldeckischen Geschichtsvereins. Es ist zum Preis von 19 Euro im Rathaus Willingen und beim Waldeckischen Geschichtsverein zu erwerben.

Bei der Vorstellung des Buchs beim „Klönabend“ des Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins gab es anschließend eine Präsentation von Hans-Herbert Kesper über die Entwicklung Willingens „von einem der ärmsten Orte der Region zum Tourismusort Nummer 1“. (os)

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