Ortsbegang in Waldecker Straße 10

Optionen für „Schandfleck“ neben Willinger Rathaus gesucht

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Ob das heruntergekommene Gebäude neben dem Rathaus samt Aufzug noch nutzbar wäre, schauten sich (von rechts) mit Bauamtsleiter Marc Honekamp und Horst Dreschers die FW-Mitglieder Ingolf Schinze, Tobias Engelbracht, Ann Kristin Gohmert Friedrich Engelbracht, Harald Wilke, Friedrich Wilke und Oliver Emde an.

Willingen. In bester Lage, doch heruntergekommen ist das Gebäude Waldecker Straße 10 in Willingen. Kommunalpolitiker loten Optionen für seine Nutzung aus.

Die Schaufenster sind geputzt und geschmückt – doch das Gebäude Waldecker Straße 10 an sich sei weiterhin ein Schandfleck direkt neben dem Rathaus, wie sich Ingolf Schinze ausdrückt, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in der Gemeindevertretung. Vor gut einem Jahr hat die Gemeinde sich entschlossen, es zu kaufen, ein Beschluss zu seiner Nutzung ist noch nicht gefallen.

Freie Wähler Willingen machen Ortsbegang in Waldecker Straße 10

Welche Optionen sich da bieten, will eine Gruppe der Freien Wähler direkt vor Ort erkunden. An eine Freifläche hatte Bürgermeister Thomas Trachte gedacht: „Unserer Ansicht nach ist das nicht geeignet, weil es die Schattenseite ist“, sagt Schinze. Und für Parkplätze sei das Areal zu teuer erkauft worden, so dringend diese auch benötigt werden. Die Fraktion hatte damals angeregt, den Kauf zurückzustellen: Der Preis sei zu hoch gewesen.

Nun soll der Rundgang zeigen, ob das Gebäude auch ohne Abriss nutzbar wäre – etwa, um der Verwaltung mehr Platz zu schaffen. „Hier gibt es auch einen Aufzug“, erklärt Fraktionsmitglied Friedrich Wilke – eine bauliche Verbindung zum Rathaus könne dort die fehlende Barrierefreiheit herstellen.

Als die Kommunalpolitiker das Gebäude mit Marc Honekamp und Horst Dreschers vom Bauamt betreten, sind zuerst einige Löcher in den Wänden erkennbar – die stammen nur vom Probennehmen für die Entsorgung. Der mehrere Meter große Wasserfleck an der Wand und die von Feuchtigkeit durchhängenden Deckenplatten bereiten mehr Sorgen. Es ist ein Bild, dass sich ein paar mal wiederholen wird, vor allem im Keller, der nass und kalt ist.

Das Obergeschoss zeigt sich etwas düster, in verwinkelter Bauweise und mit vielen Treppen – nicht unbedingt ideal für Büros. An sich sei der Platz im Rathaus auch kein Problem, sagt Marc Honekamp. Das Gebäude besteht aus einem älteren Teil hinten und einem neueren zur Straße hin. „Die Bausubstanz ist vorne gut – und hinten eine Katastrophe“, sagt Friedrich Engelbracht nach dem Rundgang.

„Vermutlich ist eine Umnutzung zu teuer“, lautet Ingolf Schinzes Fazit – gerade, wenn noch Brandschutz und Fluchtwege überarbeitet werden müssen.

Bürgermeister Thomas Trachte: "Wollen unterschiedliche Konzepte vorlegen"

„Es ist wichtig, dass ein Kurort über attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten verfügt“, erklärt Bürgermeister Thomas Trachte seine eigene Vorstellung zur Waldecker Straße 10. 

Derweil sei der Wunsch nach Parkplätzen groß. Im Gemeindevorstand spreche sich nun eine Mehrheit für einen multifunktionalen Platz aus, der für beides genutzt werden könne. Es sollen mehrere Konzepte vorgelegt werden. 

Um das Gebäude zu nutzen, sei die Bausubstanz zu schlecht, gerade die von Altbau und Keller. Selbst wenn sie gut wäre, würde sie in der Sache des gewünschten Rathaus-Fahrstuhls wenig bringen, sagt Trachte: Dessen Einbau sei finanziell durchaus darstellbar. Das Problem sei der durch größere Baumaßnahmen aufgehobene Bestandsschutz im Brandschutz. Die Folgeinvestitionen seien für jetzt zu hoch. 

Den Grundstückskauf verteidigt er: Der Preis sei angemessen gewesen, der Erwerb eine Chance, das Gesamtbild des Orts aufzuwerten.

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