Stiftung fördert "PORT" seit Oktober mit 250000 Euro

Projekt in Willingen und Diemelsee sucht Lösungen für Gesundheitsversorgung auf dem Land

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Prävention, Vernetzung, Case-Management und Telemedizin: Karl-Friedrich Frese, Volker Becker, Waltraud Rebbe-Meyer, Thomas Trachte, Katharina Kappelhof, Dr. Reinhard Kubat und Dr. Dirk Bender (von links) präsentierten die Bausteine von „PORT“.

Willingen/Diemelsee. Wie gute Gesundheitsversorgung auf dem Land heute und in Zukunft sichergestellt werden kann, wird im Projekt "PORT" ausgelotet. Erste konkrete Ergebnisse wurden vorgestellt.

In der medizinischen Versorgung stellen sich ländlichen Regionen viele Herausforderungen: Das Angebot an Versorgern wie Ärzten, Pflegekräften, Apothekern und Therapeuten sinkt; gerade Senioren sind nicht immer mobil; mit der alternden Bevölkerung steigt die Anzahl der komplizierten und mehrfachen Erkrankungen, schildert Katharina Kappelhoff. 

Das von ihr koordinierte Projekt PORT (Patientenorientiertes Zentrum zur Primär- und Langzeitversorgung) in Willingen und Diemelsee soll zeigen, wie die Bedürfnisse der Patienten erfüllt und die professionelle Versorgung aus mehreren Bereichen effizient gebündelt werden kann.

Seit 1. Oktober fördert die Robert-Bosch-Stiftung es für drei Jahre mit 250 000 Euro. „PORT entwickelt Lösungsansätze für Probleme – und Möglichkeiten, diese langfristig zu sichern“, erklärt Willingens Bürgermeister Thomas Trachte. Das Projekt hat vier Säulen, wie Katharina Kappelhoff erläutert:

-Die einzelnen Versorger sollen vernetzt werden. Geplant ist eine Online-Plattform, die alle Versorger der Region zusammenbringt. Auch für Touristen sei das hilfreich. Ideal wäre die Möglichkeit zur Online-Termin-Vergabe.

-Ein wichtiges Ziel ist zu verhindern, dass Krankheiten überhaupt entstehen. Herzstück ist die Einrichtung eines Beratungs- und Schulungszentrums in Willingen: Räumlichkeiten dafür entstehen etwa im Zuge der geplanten Erweiterung des Pflegehotels. 

-Dritte Säule ist die Telemedizin: Wie kommen Patientendaten von einem Versorger zum anderen; beispielsweise vom Hausarzt zum Krankenhaus und zurück? Bei der Arbeit mit der deshalb geplanten „Elektronischen Patientenakte“ sei der Datenschutz eine Herausforderung.

-In den nächsten Monaten soll eine Case-Managerin eingestellt werde, die Patienten nach einem Aufenthalt im Krankenhaus hilft, ins häusliche Umfeld zurückzukehren: Aus ambulanten Diensten, Angeboten wie Essen auf Rädern und eventueller Nachbarschaftshilfe erarbeitet sie Optionen. 

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