Vor 850 Jahren erstmals erwähnt

Rattlar feiert gelungenes Jubiläum mit vielen Gästen

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Blick von der Drehleiter: Das Festgelände um die Alte Schule war gut besucht

Willingen-Rattlar. Spiel und Sport, Handwerk und Geschichte und jede Menge Anlass zur Geselligkeit haben die Rattlarer bei ihrer 850-Jahr-Feier verbunden.

Schon am Morgen ist der Festplatz voll: Zum Gottesdienst reichen die Liedzettel kaum, es werden immer mehr Bänke für die Besucher der Rattlarer 850-Jahr-Feier aufgestellt. Die anderen Uplanddörfer sind stark vertreten, Vorfreude auf den Festtag liegt in der Luft.

„850 Jahre – das bedeutet 30 Generationen von Menschen“, verdeutlichte Pfarrerin Gisela Grundmann. Menschen, die versuchten, dem Schieferboden etwas zum Leben abzugewinnen. Und die im Laufe der Geschichte verzweifelten, etwa als 1641 gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges nach Krankheit, Krieg und Feuer noch drei Männer im Dorf übrig blieben.

„Und trotzdem: Rattlar gibt es immer noch“, sagte die Pfarrerin. Während andere kleine Orte verschwanden, spreche das für Durchhaltevermögen. Und heute haben die Rattlarer viel, wofür sie dankbar sein können: Dorfgemeinschaft und Zusammenhalt, gute Luft und schöne Landschaft, ihre Lichterkirche und das Jubiläum besangen sie in einem vom Kirchenvorstand geschriebenen Lied.

Der Rückblick auf schwere Zeiten und auf das schöne Dorfleben – das mache ein Jubiläum gleichermaßen aus, befand Ortsvorsteher Eckhard Vogel. Er dankte dem Festausschuss aus Claudia Lamm, Heidrun Wilke, Klaus Bärenfänger, Christian Henke, Lars Hochmanski und Frederic Küthe für seine Anstrengungen, beim Jubiläum altes Handwerk und Geschichte, Sport und Spiel sowie Geselligkeit zu verbinden.

Davon konnten sich die Gäste auch gleich überzeugen: Herbert Hellwig führte in die Rattlarer Geschichte ein – die umfangreiche Ausstellung bot viele alte Ansichten von Häusern und Menschen. Besonders pfiffig: Es lagen alte Klassenfotos aus, auf denen nicht alle Kinder bekannt waren – die Gäste konnte eintragen, wen sie erkannten.

Tonja Hochmanski führte derweil durch die Lichterkirche, das mit viel Ideen der Dorfgemeinschaft und des damaligen Pfarrers Ulf Weber mit LED-Technik überarbeitete Gotteshaus. Eine Trecker- und Oldtimer-Ausstellung lockte viele Besucher, aus 30 Meter Höhe ließ sich von der Drehleiter der Willinger Feuerwehr das Festgelände überblicken.

Handwerker präsentierten überall ihre Arbeit, mit Karussell, Spielen und Hüpfburg hatten schon die jüngsten Gäste viel Spaß. Musik machten beim Gottesdienst der Posaunenchor Usseln und der heimische Männergesangverein, später die Jagdhornbläser der Waldeckischen Jägerschaft. In den geselligen Abend leitete das gemeinsame Mitfiebern bei der WM-Partei Deutschland-Mexiko ein.

Die Fotos vom Rattlarer Jubiläum

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