Mehr als 1000 Unterschriften in Düsseldorf übergeben

Reanimation an Schulen: Willingerin reicht Petition ein

Laien-Reanimation als Unterrichtstoff an allen Schulen: Dafür setzt sich Liliane Kozik (Mitte) ein. Ein Petition, die das schon mal in NRW vorantreiben soll, übergab sie an die Abgeordneten Franziska Müller-Rech (links), und Susanne Schneider.
+
Laien-Reanimation als Unterrichtstoff an allen Schulen: Dafür setzt sich Liliane Kozik (Mitte) ein. Ein Petition, die das schon mal in NRW vorantreiben soll, übergab sie an die Abgeordneten Franziska Müller-Rech (links), und Susanne Schneider.

Reanimation bei Herzproblemen soll an Schulen unterrichtet werden: Das ist das Ziel der Willingerin Liliane Kozik. Mit einer Petition hat sie zuletzt einen großen Schritt dazu getan.

Die Willingerin Liliane Kozik hat eine Herzensangelegenheit: Reanimation soll an Schulen unterrichtet werden. Mit ihrer Initiative „Herzsicherheit Schulen NRW“ setzt sie sich dafür ein, dass zunächst im Nachbarland Gesetz und Realität werden zu lassen, aber auch Hessen und ganz Deutschland hat sie im Blick. Ende Juli hat sie einen Meilenstein erreicht und eine Petition mit mehr als 1000 Unterschriften an den zuständigen Ausschuss in Düsseldorf übergeben.

Die Petition spricht sich für die Fortsetzung und Ausweitung eines Modellprojekts aus, das am 30. Juni endete und nun evaluiert werden soll: Bislang 170 Schulen ermöglichte es binnen drei Jahren, die Laien-Reanimation zu unterrichten, indem Materialien und Übungspuppen angeschafft wurden. Es sollen mehr werden, hofft die Willingerin.

Bei ihr selbst wurde 2017 ein Herzfehler diagnostiziert, der mittlerweile behoben ist. Doch als sie sich mit dem Thema beschäftigte, erkannte sie, dass viele Menschen Angst davor haben, selbst mit der Herz-Druckmassage zu beginnen: Sie fürchten, etwas falsch zu machen, bloß gut 40 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen beginnen mit der Reanimation, bevor der Rettungsdienst eintrifft, argument sie in der Begründung der Petition. Regelmäßige Trainings in Schulen würden diese Angst schwinden lassen und Leben retten. Dänemark zeige, dass das funktioniere: Nach Einführung von Wiederbelebungstainings in Schulen wurden sie nach weniger als zehn Jahren doppelt so häufig angewendet.

„Ich bedanke mich für die Unterstützung und die persönlichen Geschichten von Menschen dazu“, erklärt sie. Auf der Plattform openpetition.de berichten Unterzeichner etwa, als Rettungsmitarbeiter gesehen zu haben, wie wichtig die Laien-Reanimation ist: „Selbst wenn wir nur fünf Minuten bis zum Einsatzort brauche, ist das zu lang.“ Auch Menschen, deren Angehörige und die selbst dadurch gerettet wurden, berichten. Die Online-Plattform für Petitionen zeigt auch an, woher die Unterschriften kamen: Nicht nur aus NRW, aus ganz Deutschland kamen unterschriften – inklusive 40 aus dem Waldecker Land.

Die Situation rund um das Corona-Virus habe das Sammeln von Unterschriften schwierig gemacht. Doch am 25. Juni hatte sie mehr als 1000 Unterzeichner parat und übergab die Petition an die Landtagsabgeordneten Frnaziska Müller Rech und Susanne Schneider, die schul- und gesundheitspolitischen Sprecherinnen der mitregierenden FDP.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage herzsicherheit-schulen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare