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„Schule ohne Rassismus“: Uplandschule arbeitet auf vielfache Weise an ihrem Ziel

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Von: Wilhelm Figge

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Damit das internationale Starterfeld des Weltcups sich in Willingen willkommen fühlt, fertigen Fünftklässler der Uplandschule Plakate an – nur ein Teil des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Damit das internationale Starterfeld des Weltcups sich in Willingen willkommen fühlt, fertigen Fünftklässler der Uplandschule Plakate an – nur ein Teil des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. © Wilhelm Figge

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Dem hat sich die Uplandschule in Willingen verschrieben. In der Praxis bedeutet das viel – an der Selbstverpflichtung wird laufend gearbeitet.

Willingen – „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Es ist nicht einfach nur ein Schild, das da seit bald sieben Jahren an der Uplandschule hängt, sondern etwas, worum sich die Schulgemeinde immer wieder bemühen muss. Und etwas, das durchaus Erfolg hat, wie Schülersprecher Eric Müller erklärt: „Als das Schild zuerst an der Schule angebracht wurde, haben wir viel mehr über das Thema gehört – und uns in den Klassen auch danach viel mehr darüber ausgetauscht.“

Er selbst war in der sechsten Klasse, die mit Lehrerin Jasmin Sender damals die Initiative ergriff und 2015 Skispringer Stephan Leyhe als Paten für die Aktion gewann. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist dabei kein Zertifikat, hält der Trägerverein „Aktion Courage“ fest, sondern eine Selbstverpflichtung, die mehrere tausend Schulen eingegangen sind. Mindestens 70 Prozent der Schulgemeinde müssen sich dafür aussprechen, Aktionen und Projekte gegen Diskriminierung zu unterstützen und sich dagegen zu wenden, wenn sie sie erleben. Die Sechstklässler übernehmen jedes Jahr die Aufgabe, zusammen mit Religions- und Ethiklehrern die neuen Fünftklässler zu informieren, damit auch sie die Selbstverpflichtung unterzeichnen.

Die Aktionen zum Thema sind vielfältig. Die fünften Klassen etwa waren dieser Tage damit beschäftigt, Plakate in verschiedenen Sprachen anzufertigen: „Wir machen sie, um alle Sportler willkommen zu heißen, die am Weltcup teilnehmen. Egal, wo sie herkommen“, erklärt Jacen. Die Sportler nutzen die Halle an der Schule.

Gegenseitiger Respekt führe auch bei härtester Konkurrenz zu einem harmonischen Miteinander, hält der Pate Stephan Leyhe fest, dessen Grüße Schulleiterin Barbara Pavlu den emsigen Schülern überbringt – wegen der besonderen Umstände des Olympia-Jahrs kann er nicht selbst vorbeikommen, weiß aber: „Für Schule ohne Rassismus ist jedes Jahr ein besonderes Jahr, da es wichtig bleibt, als starke Gemeinschaft gegen dieses wichtige Thema vorzugehen. Und ihr könnt die Weichen für eure Zukunft stellen mit deutlichen Zeichen. Cool, dass meine Schule auch dabei ist.“

Neben „ohne Rassismus“ betont Barbara Pavlu den zweiten Teil des Mottos: „Man muss ja couragiert sein, um Diskriminierung entgegen zu treten.“ Das wird schon in der Grundschule geübt; in der sechsten Klasse wird dann im Theaterprojekt „Ausdrucksstark“,in andere Rollen geschlüpft, um Problemen und Lösungen näher zu kommen, erinnert sich Emily Bemmann von der Schülervertretung. Auch Teamtraining spielt eine Rolle, um gemeinsam handeln zu lernen.

Gemeinsame Aktionen wie ein großer Tanz auf dem Schulhof sind in Zeiten der Pandemie nicht möglich, aber in den Klassen geht die Arbeit weiter, erklärt Barbara Pavlu: Beispiele sind der Anne-Frank-Tag und die jährliche Teilnahme der elften Klasse am Gedenken auf dem jüdischen Friedhof in Eimelrod. Zusammen mit den Schülervertretern sind aus der Lehrerschaft besonders Jasmin Sender, Dr. Annegret Pfalzgraf, David Reibis, Ulrike Schmidt und Friederike Breyer involviert, Emily Bemmann hebt auch von den Schülern gewählten Vertrauenslehrer hervor – aber alle seien offen und arbeiteten mit an der „Schule ohne Rassismus“, sagt Eric Müller. (wf)

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