Doppelspitze Kesper/Ückert

SPD-Ortsvereine Willingen und Upland fusionieren

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Vereinter Vorstand: (von links) Herbert Trachte, Stefan Scharnhorst, Thorsten Engelbracht, Jürgen Fehlinger, Manfred Feistner, Anika Trachte, Heidi Schmirler, Reinhold Pfennig, Detlef Ückert, André Althaus und Katja Pfeil; im Bild fehlt Thorsten Kesper.

Willingen (Upland). Aus zwei mach eins: Die SPD-Ortsvereine in der Uplandgemeinde haben sich neu aufgestellt.

Zur Fusion haben sich die Sozialdemokraten aus den Ortsvereinen Willingen und Upland im Stryck getroffen, direkt an der Grenze der beiden alten Gemeinden: „Wir arbeiten schon sehr lange daran, dass sich die beiden Ortsvereine zusammenschließen“, erklärte der bisherige Upländer Vorsitzende Detlef Ückert. Beide hatten sich in den vergangenen Monaten dafür ausgesprochen, als Grenzen legte der Unterbezirk die der Gemeinde fest.

Viele SPD-Mitglieder von beiden Seiten kamen zur Neugründung Willingen-Upland – und um über den neuen Vorstand abzustimmen. Dabei wählten sie eine Doppelspitze: Detlef Ückert bekam 84,2 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Gegenstimme, der bisherige Willinger Chef Thorsten Kesper 90 Prozent. Ziel für die Zukunft sei derweil, einen neuen einzelnen Vorsitzenden zu finden, kündigte Ückert an.

Die weiteren Wahlen erfolgten einstimmig mit Enthaltungen der Kandidaten: Stellvertretende Vorsitzende sind der Rattlarer Manfred Feistner und die Usselnerin Heidi Schmirler. Das Amt des Schriftführers übernehmen Katja Pfeil (Usseln) und André Althaus (Neerdar), das des Kassierers Reinhold Pfennig (Neerdar) und Thorsten Engelbracht (Eimelrod). Zu Beisitzern gewählt wurden Jürgen Fehlinger aus Rattlar, Herbert Trachte aus Eimelrod, Stefan Scharnhost aus Willingen und die jüngst aus Lübeck zugekehrte Anika Trachte.

Dr. Hendrik Sommer, Vorsitzender des Unterbezirks, leitete die Sitzung – dass so viele Genossen kamen, dass der gemietete Raum sie kaum halten konnte, mache Mut nach der Thüringen-Wahl. „Das war ein schwarzer Tag für unsere Demokratie“, sagte er: „Wir befinden uns in einem Tief, das wir durchleben und überwinden werden.“ Auch das drei junge Sozialdemokraten im Vorstand sind, sei ein gutes Zeichen.

MdB Esther Dilcher ehrt treue Genossen - und wirbt für Stabilität

Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher ehrte bei der Versammlung langjährige Mitglieder der SPD: Karl Kesper aus Usseln ist seit 60 Jahren dabei, lange engagierte er sich im Vorstand. Der Rattlarer Jürgen Fehlinger trat mit einigen Kollgen vor 50 Jahren ein, zur Willy-Brandt-Zeit: „Für uns kam überhaupt keine andere Partei in Frage“, erklärte er. Dirk Scholz aus Schwalefeld habe die Sozialdemokratie schon mit der Muttermilch eingenommen und Flugblätter verteilt, bevor er vor 25 Jahren beitrat. 

In turbulenten Jahrzehnten lange dabei sind Jürgen Fehlinger, Karl Kesper und Dirk Scholz.

Langjährige Genossen seien im Gespräch sehr kritisch, befand Esther Dilcher – aber dabei nicht hitzköpfig: „Die SPD ist wie eine Familie. Da gibt es immer etwas, das schiefläuft, aber man bleibt trotzdem dabei.“ Das sei wertvoll in Zeiten, in denen sich viele sagten „es läuft, wie ich das will, oder ich spiele nicht mehr mit“. 

Das gelte auch für den Bund. Die SPD habe sich mit 66 Prozent zum Eintritt in die Große Koalition entschieden: „Wenn eine Entscheidung getroffen ist, muss man sich dahinter versammeln – dadurch gewinnen die Leute Vertrauen“, sagte sie: „In Hessen sind wir 19 Jahre in der Opposition – da hat sich auch nichts geändert.“

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