Statt Karnevals-Trubel am Rhein lieber Urlaub im Upland

Vom Niederrhein zum Ettelsberg: Robert Moog und Ingrid Frobel gönnen sich während des Trubels daheim eine Auszeit in Willingen. Foto: Wilhelm Figge

Willingen. Alpen am Niederrhein ist eine kleine Karnevalshochburg: Nach Wochen der Prunksitzungen folgen übers letzte närrische Wochende drei Umzüge in der Gemeinde.

Dr. Robert Moog und seine Partnerin Ingrid Frobel finden das schön und gut – aber entspannen sich lieber in Willingen, während im Rheinland gefeiert wird. „Karnevalsflüchtlinge“ wie sie gibt es in den meisten Gastbetrieben im so gut wie faschingsfreien Upland.

Stressige Zeit in der Heimat

„Zuhause ist jetzt eine stressige Zeit und wir haben beide fordernde Berufe. Da sehen wir zu, dass wir einen ruhigen Ort finden“, sagt Ingrid Frobel „Wir sind aber keine Karnevalsfeinde – früher haben wir richtig mitgefeiert“, stellt Robert Moog klar. Den Spaß an der jecken Zeit gönnen sie allen – sie selbst wollen nur nicht mehr alles mitmachen. Beim Karneval sei es so: „Man kann nur ganz oder gar nicht“, sagt er: „Die Zeiten haben wir hinter uns.“

Im nur 200 Kilometer von der Heimat entfernten Willingen hingen höchstens mal ein, zwei Luftschlangen im Lokal, ab und an sähen sie jemanden im Kostüm. Und sie treffen immer wieder auf Menschen aus der Umgebung Alpens, die es genauso halten wie sie.

Karneval im Dorf meiden

„Im Dorf finden viele, den Karneval zu unterstützen gehöre einfach dazu“, berichtet Robert Moog – so auch er und seine Partnerin. Wenn für die Feiern gesammelt wird, sind sie dabei. „Es wäre ja schade, wenn so etwas verschwinden würde“, sagt er. Dass sie das Fest selbst dann meiden, nehmen ihnen die Nachbarn nicht krumm, erklärt Ingrid Frobel: „Wir sagen im Rheinland ja generell: Leben und leben lassen.“

Beide kennen das Upland seit ihrer Kindheit; als Karnevals-Refugium hat es sich für sie nebenbei ergeben. Seit 1988 ist Robert Moog Stammgast im Sauerländer Hof in Willingen – nicht nur zum Karneval, sondern zu jeder Jahreszeit. Willingen und seine Nachbarschaft kennen sie entsprechend gut: ob den Edersee oder die Bruchhäuser Steine; Schlendern durch Korbach oder Brilon; Besichtigungen der Bobbahn in Winterberg oder der Möbelfabrik in Frankenberg.

Wandern in Willingen

In Willingen schätzen sie das Wandern, die gute Luft, einige Stamm-Restaurants und die vielen touristischen Angebote. „Das bringt uns persönlich mehr Entspannung, als am Karnevalstreiben teilzunehmen“, erklärt Robert Moog. Was am Abend aber oft dazu gehört: „Wir schauen uns die Sitzungen im Fernsehen an.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.