Orkan-Schultag am Beispiel Usseln

Sturmtief Friederike sorgt für fast leere Schulen

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Fast leere Schule vor dem Sturm: Wegen der Orkanwarnung hatten (von links) Lukas, Valerie, Jerome, Julian, Sophia und Denisa die Diemeltalschule in Usseln für sich.

Willingen-Usseln. Das Sturmtief Friederike hat nicht nur Schäden angerichtet, sondern auch die Schulen beeinflusst. Auch in Usseln gab es einen ungewöhnlichen Schultag.

Viele Schulleiter im Kreis haben sich dafür entschieden, wegen des Sturmtiefs Friederike den regulären Unterricht ausfallen zu lassen. Die Diemeltalschule in Usseln war nach der Uplandschule die erste, die bekannt gab, dass kein normaler Schultag stattfindet.

Dass die Eltern wenn möglich darauf hörten, war einige Stunden vor dem Sturm in der ersten großen Pause zu sehen: Alle anwesenden Kinder spielen auf dem Schulhof – sechs von sonst 80. Auch wenn wegen möglicher Gefahren auf dem Rückweg niemand kommen musste, stand die Schule grundsätzlich offen.

Am Mittwochabend hatten sich noch viele weitere Schulen so entschieden wie die beiden im Upland, schließlich riet auch Landrat Dr. Reinhard Kubat, den Unterricht nach der dritten Stunde zu beenden, erklärte Schulleiterin Iris Niemeier. Das halte sie für richtig. „Wir wissen ja nicht, was um 11 Uhr passiert“, sagt sie. An eine vergleichbare Situation könne sie sich nicht erinnern.

Die Kinder, die zur Schule gekommen sind, werden auch betreut, die Lehrer sind vollzählig anwesend – inklusive der eigenen Kinder. Die Schüler widmen sich ihrer freien Arbeit, ordnen die Bücherei oder nutzen die Zeit, in der sie den Schulhof ganz für sich haben.

Die Lage gefällt ihnen: „Das ist wie schulfrei“, freut sich Valerie. „Und ich darf endlich mal die Computer benutzen“, erklärt Sophia, die als Zweitklässlerin sonst noch ein Schuljahr hätte warten müssen. 

Als der Sturm aufkommt, fliegen Äste über den Schulhof – dass die Gemeinde erst drei Tage zuvor Totholz aus den großen Linden der Schule geschnitten und entfernt hatte, sei angesichts dessen gut, sagt die Schulleiterin. Drei Kinder nehmen noch bis zum Nachmittag das Betreuungsangebot wahr, bevor der ungewöhnliche Schultag endet. „Ich glaube, wir haben das alle so ganz richtig entschieden“, befindet Iris Niemeier schließlich. 

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