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Toiletten am Ettelsberg in Willingen eröffnet

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Von: Wilhelm Figge

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Den Neubau am Ettelsberg in Augenschein nahmen (von links) Marc Honekamp, Dieter Schütz, Jürgen Querl, Christina Hochbein, Horst Dreschers, Friedrich Pohlmann, Detlef Ückert, Thomas Trachte, Holger Vogel und Dirk Kampa.
Den Neubau am Ettelsberg in Augenschein nahmen (von links) Marc Honekamp, Dieter Schütz, Jürgen Querl, Christina Hochbein, Horst Dreschers, Friedrich Pohlmann, Detlef Ückert, Thomas Trachte, Holger Vogel und Dirk Kampa. © Wilhelm Figge

Über Toiletten für eine halbe Million Euro wurde in Willingen lange diskutiert. Nun sind sie in Betrieb und bieten einige Kniffe, die sich langfristig lohnen sollen.

Willingen – Lange wurde diskutiert, ob 510.000 Euro eine angemessene Summe für eine Toilettenanlage sind, blickt Bürgermeister Thomas Trachte zurück. Seit zwei Wochen ist das Gebäude mit den kostenlos nutzbaren WCs auf dem Parkplatz am Ettelsberg in Betrieb und wird wie erwartet stark frequentiert: „Und wir werden sehen, dass diese Investition sich lohnt.“

Auf dem Parkplatz kämen viele Wanderer an, die nach der Anfahrt ein Klo brauchen: „Das ist ein Service, den ein erstklassiger Kurort bieten muss.“ Zweitens gebe es im Skigebiet insgesamt zu wenige Toiletten, der Neubau entspanne das nach wie vor zu geringe Angebot. Und schließlich liege die Toilette an einer zentralen Achse des Wochenend-Tourismus. Die Gespräche zwischen Bürgern, Gemeinde und Polizei in der Sicherheitsinitiative „Kompass“ unterstrichen die Notwendigkeit.

Toilettenanlage in Willingen ein besonderes Projekt

„Das ist auch für uns keine alltägliche Toilettenanlage“, sagt Dirk Kampa, Gebietsverkaufsleiter von „Hering Sanikonzept“: Die Firma baue zwar zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen, aber in Willingen entstand mit fünf Unisex-Toiletten, einem Raum mit Pissoirs und einem Abteil für Menschen mit Behinderung eines ihrer größeren Gebäude. Dank der Gestaltung der Glasfassade sei es auch optisch besonders. Viel Elektronik wurde verbaut, das Augenmerk liege auf Vandalismussicherheit: „Wir haben 40 Jahre Erfahrung, was kaputtgemacht werden kann“, erklärte Kampa. Da die Firma auch Reinigung und Wartung übernimmt, habe sie Erfahrung, Schmutz und Schäden gering zu halten.

Edelstahl, Kunstharz - und kaum bewegliche Teile, außer auf der Behinderten-Toilette am Ettelsberg-Parkplatz.
Edelstahl, Kunstharz - und kaum bewegliche Teile, außer auf der Behinderten-Toilette am Ettelsberg-Parkplatz. © Wilhelm Figge

Lüftung, Beleuchtung und Spülung gehen automatisch; Seife, Wasser und Trockner für die Hände werden über Bewegungssensoren aktiviert. Denn je mehr bewegliche Teile ein Raum habe, desto mehr könne kaputtgehen. Nichts ließe sich abschrauben, Leitungen, Stecker und Spülkästen sind nur vom Technikraum erreichbar, einem Gang hinter den Toiletten. Selbst die Klopapier-Rollen sind gesichert. Die Fassade besteht aus Einscheiben-Sicherheitsglas: Die dekorativen Motive liegen sicher dahinter, ausgeschmierte Farbe lasse sich entfernen.

Überwiegend kommt Edelstahl zum Einsatz, auch der Kunstharz-Boden ist im Sinne der Reinigung gestaltet: In Fugen sammele sich immer Schmutz. Die Türen werden magnetisch geschlossen. Auch an die Barrierefreiheit wurde gedacht. Die Behindertentoilette ist mit dem üblichen Euroschlüssel zugänglich, der auch vor Ort geliehen werden kann, etwa zur Nutzung des Wickelraums.

Land Hessen förderte Toiletten in Willingen

Von Freitag bis Sonntag werden die Toiletten zweimal täglich gereinigt, in der Woche einmal, erklärt Projektbetreuer Horst Drescher. Dann sind zum Sparen auch drei Toiletten geschlossen.

Die Fassade aus Einscheiben-Sicherheitsglas soll der Toilettenanlage in Willingen lange ein ansprechendes Äußeres garantieren.
Die Fassade aus Einscheiben-Sicherheitsglas soll der Toilettenanlage in Willingen lange ein ansprechendes Äußeres garantieren. © Wilhelm Figge

Fast die Hälfte des Baus förderte das Land Hessen mit 245 000 Euro für die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“, erklärte Thomas Trachte. Die Folgekosten liegen bei rund 5000 Euro im Jahr. Er hob Christina Hochbeins Fördermanagement und die Unterstützung des Bauhofs hervor.

Das Programm „Zukunft Innenstadt“ will die Gemeinde nutzen, um den Parkplatz zu gestalten, inklusive Wegführung von der Seilbahn über die Toiletten zur geplanten Fußgängerbrücke zur Hauptstraße. (wf)

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