Wirtschaftsreport: Nachfrage steigt

Upländer Bauermolkerei gibt Startschuss für Neubau in Usseln

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Die Arbeiten für den neuen Standort der Bauernmolkerei beginnen diese Woche. Karin Artzt-Steinbrink und Sven Lorenz zeigen bereits, wie dieser aussehen soll.

19,5 Millionen Euro investiert die Upländer Bauernmolkerei in einen neuen Standort am Usselner Ortsrand. Ende April beginnen die Erdarbeiten.

Es sind bewegte Tage für die Upländer Bauernmolkerei: Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass Regionalität ist ein wichtiges und schützenswertes Gut sei, vermeldet sie in einer Pressemitteilung. Und damit das so bleibt, investiert sie in Usseln 19,5 Millionen Euro in ein neues, hochmodernes Produktionsgebäude. Diese Woche beginnen die Erdarbeiten – auf einen offiziellen Spatenstich mit Pressetermin wurde wegen der Corona-bedingten Kontaktsperre verzichtet.

„Mit dem Neubau für einen Teil der Produktion erhalten wir Möglichkeiten, unseren Kunden neue Produkte anzubieten“, erklärt Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink, die zusammen mit Sven Lorenz vor Ort war, dem Vorsitzenden der Milcherzeugergemeinschaft. Der Neubau biete ganz neue Optionen, beispielsweise eine Abfüllung in Glasflaschen, die Nachfrage danach sei groß. „Außerdem können wir weitere Milchlieferanten von unserer Warteliste aufnehmen. Am alten Standort in der Ortsmitte Usselns sind die Kapazitäten ausgereizt“, so Karin Artzt-Steinbrink.

„Wir helfen so, die Zukunft weiterer Bauernhöfe in unserer Region zu sichern“, ergänzt Sven Lorenz: „Der Biolandbau bietet so viele Vorteile für die Region, das Klima, die Artenvielfalt. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dies zu fördern.“ Schon seit vielen Jahren erlebe die Upländer Bauernmolkerei eine positive Entwicklung auf dem Biomarkt. Lag im Jahr 1996 die Verarbeitungsmenge Jahr noch bei 1 Million Liter Biomilch pro Jahr, sind es heute 40 Millionen Liter. Auch in der Corona-Krise spüre die Molkerei den Wunsch der Kunden nach mehr Regionalität. „Wir haben in den vergangenen Wochen eine deutlich gestiegene Nachfrage nach unseren Produkten“, so die langjährige Geschäftsführerin: „Das liegt einerseits am Mehrverbrauch zuhause, andererseits am wachsenden Vertrauen der Kunden in die regionalen Produkte, ihre Erzeuger und regionale Wertschöpfungsketten – gerade bei Lebensmitteln.“

Der neue Standort entsteht an der Düdinghäuser Straße. Auf Wunsch der Molkerei wird die Zuwegung den Namen „Milchstraße“ bekommen. Zum für die Molkerei historischen Datum 26. April rollte das erste Baufahrzeug an. Dies ist kein Zufall: Am 1898 wurde an diesem Datum die Genossenschaft Upländer Gebirgsmolkerei gegründet, am 26. April 1996 die GmbH der Bauernmolkerei. und nun startet sie in eine neue Zukunft. „Mit dem Neubau gehen wir einen notwendigen Schritt weiter in der Entwicklung unserer Firma und stärken damit langfristig die Bio-Landwirte in der Region“, so Karin Artzt-Steinbrink. red

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