Größerer Standort ergänzt alten Betrieb

Upländer Bauernmolkerei expandiert in Usseln

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Soll sich in die Landschaft fügen: der aktuelle Entwurf für den Neubau der Upländer Bauernmolkerei an der Düdinghäuser Straße bei Usseln.

Willingen-Usseln. Lange wurde schon über einen Umzug gemunkelt, nun hat die Upländer Bauernmolkerei ihre Zukunftspläne offenbart.

Der Biomarkt wächst jedes Jahr und auch die Upländer Bauernmolkerei würde gerne mehr als ihre aktuell 40 Millionen Liter Milch im Jahr verarbeiten, erklärt Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink – doch das lässt der Platz in der Usselner Ortsmitte nicht zu. Bauern und Gesellschafter haben entschieden: Sie möchten im neuen Usselner Gewerbegebiet bauen.

14 Millionen Euro sollen investiert werden, als Baubeginn wird das Frühjahr 2020 anvisiert. Die Molkerei hofft, dass im Sommer 2021 die ersten Produkte den neuen Standort verlassen. Es werden Fördermittel bei Land und EU beantragt: Diese gehen an Erzeugergemeinschaften, mit Höchstsatz im Biobereich. Nicht alles, aber viel sei förderfähig, erläutert Karin Artzt-Steinbrink.

Upländer Bauernmolkerei will vorerst an zwei Standorten produzieren

Vorerst werden die beiden Standorte parallel betrieben: „Mit der großen Menge an Milch soll im Neubau gearbeitet werden“, erklärt sie. Die Abfüllung von Milch und Buttermilch, die Butterei und der Versand sollen an der Düdinghäuser Straße unterkommen. Auch aus verkehrstechnischer Sicht ein Vorteil: „Im Ort verbleiben nur zehn Prozent unseres Lkw-Verkehrs.“ 

Weiter im Ort produziert werden Sahne, Schmand, saure Sahne, Schulmilch und Sauermilchquark – gelagert und kommissioniert wird im Neubau. „Mit dem zusätzlichem Platz im Ort können wir uns auch neuen Produkten wie Joghurt widmen“, sagt Karin Artzt-Steinbrink.

Grüne Wiese: Das entstehende Gewerbegebeit Düdinghäuser Straße bei Usseln bietet reichlich Platz für den Neubau der Upländer Bauernmolkerei.

Auch wenn dort noch in einen Rahmtank und eine neue Becherabfüllanlage investiert wird, soll die Produktion später komplett an den Ortsrand ausgelagert werden. Ein Umzug der Verwaltung sei denkbar, aber noch Zukunftsmusik. Molkereiladen und Milchmuseum sollen am historischen Standort verbleiben.

Neubau der Upländer Bauernmolkerei  bietet doppelt so wie Platz

Alle Geschosse eingerechnet ist die Molkerei in der Usselner Ortsmitte rund 1750 Quadratmeter groß – der Vorentwurf der Upländer Bauernmolkerei für den Neubaus im Gewerbegebiet Düdinghäuser Straße bietet mit 3300 Quadratmetern Geschossfläche knapp doppelt so viel Platz, erklärt Detlef Sander, Leiter der Neubau-Projektplanung bei der Molkerei.

Das ist auch nötig: Bei der Anlieferung eines letzten Tanks für 100 000 Liter Milch vor zwei Jahren hatte die Molkerei verkündet, ihre Kapazitäten in der Ortsmitte ausgeschöpft zu haben. Den Standort an der Düdinghäuser Straße auszureizen, dürfte so schnell nicht geschehen: Die 20 000 Quadratmeter große Wiese bietet Platz, die bisher geplante Molkerei flexibel auf 8000 Quadratmeter Geschossfläche auszuweiten.

Präsentieren Pläne für den geplanten Neubau der Upländer Bauernmolkerei im Gewerbegebiet Usseln (von links): Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink, Architektin Anja Redmann-Heuel und Projektplaner Detlef Sander.

5000 Quadratmeter Fahrfläche geben Lastwagen den Raum zum Rangieren, der in der Ortsmitte kaum gegeben war, erläutert Karin Artzt-Steinbrink. Um aus der abschüssigen Fläche am meisten rauszuholen, wird sie geebnet, was in steileren Böschungen resultiert, erklärt Architektin Anja Redmann-Heuel.

Bauernmolkerei erwog Alternativen zur Düdinghäuser Straße

Die Notwendigkeit eines Neubaus war schon lange klar, zeitweise wurden auch andere Optionen als Usseln erwogen, etwa Korbach oder Medebach, erklärt Karin Artzt-Steinbrink – dabei spielte der Mangel an geraden Flächen im Upland eine Rolle. Den Ausschlag für Usseln gaben letztlich zwei Dinge: Das Modell eines Teilneubaus mit vorläufigem Erhalt des alten Standorts lasse sich mit kurzen Wegen viel besser realisieren. 

„Und die Gemeinde Willingen hat sehr daran gearbeitet, dass wir hier bleiben können“, sagt die Geschäftsführerin. Alles in allem hält Karin Artzt-Steinbrink fest: „Wir haben uns gerne fürs Hierbleiben entschieden.“

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