Auch wegen Wechsel von G8 zu G9

Vier Abiturientinnen: Uplandschule hat kleinsten Jahrgang Hessens

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„Mini-Q“ mit Zeugnissen: Zu viert haben (von links) Lena Thaden, Jennifer Weinmann, Leonie Litzenbauer und Milenia Graf Qualifikationsphase und Prüfungen gemeistert – der nächstgrößere Abijahrgang an öffentlichen Schulen in Hessen besteht aus 18 Schülern. 

Willingen. Mit vier Abiturientinnen hat die Uplandschule einen rekordverdächtig kleinen Jahrgang - ein ganz anderes Unterrichtserlebnis.

Dass der Abiturjahrgang der Uplandschule der kleinste in ganz Hessen ist, bestätigt das Kultusministerium prompt. „Und wir gehen schon davon aus, dass das auch bundesweit gilt“, fügt Leonie Litzenbauer hinzu – schließlich sind die Hersfelderin, Milenia Graf aus Usseln, Lena Thaden aus Schwalefeld und Jennifer Weinmann aus Bömighausen schon der ganze Jahrgang.

Nachdem 2016 die Dauer der Gymnasialzeit wieder von acht auf neun Jahre umgestellt wurde, kam keine typische Einführungsphase zusammen: Der letzte Jahrgang mit verknappter Schulzeit hat vergangenes Jahr mit 38 Leuten sein Abitur gefeiert, der folgende ist dann erst 2020 dran. Doch auch 2016 wollten Absolventen der Realschule das Abitur auf ihre Mittlere Reife drauf legen – so auch Lena Thaden, Jennifer Weinmann und Milenia Graf. Leonie Litzenbauer kam dazu, weil sie als Leistungssportlerin im Biathlon eine Schulzeitstreckung in Anspruch nehmen konnte, erklärt die Internatsschülerin.

Ihre letzten Schuljahre gestalteten sich etwas anders. So war das Angebot an Leistungskursen klein: „Bio war für alle gesetzt, zwischen Sport und PoWi konnten wir noch entscheiden“, erklärt Jennifer Weinmann. Sport fand jahrgangsübergreifend statt, in PoWi nahm der Leistungs- den Grundkurs drei Stunden „huckepack“ und absolvierte eine Stunde extra.

„Es hatte durchaus Vorteile“, erklärt Lena Thaden: Niemand habe sich im Unterricht verstecken können, auch ruhigere seien stets drangekommen. Es seien auch mal fünf Minuten mehr drin gewesen, wenn jemand etwas nicht verstand: „Wir hatten nie das Gefühl, zeitlich unter Druck zu stehen“, sagt Leonie Litzenbauer.

Zu den Lehrern hätten sie ein ganz anderes Verhältnis aufbauen können, berichtet Jennifer Weinmann – auch untereinander sei der Zusammenhalt besonders gewesen. „Was nicht heißt, dass Entscheidungen schneller fielen“, fügt Lena Thaden schmunzelnd hinzu. Zu viert gebe es oft Gleichstand, sagt Milenia Graf.

Sich nie wie andere Schüler auch mal kurz aus dem Unterricht ausklinken zu können, war eine Schwierigkeit. Zudem gab es unter den vier Schülerinnen keine „Zugpferde“, an die sie sich in bestimmten Fächern dranhängen konnten – sie mussten als Gruppe vorankommen.

Die geringe Klassengröße ermöglichte weniger Klassenfahrten und Kursfeiern. „Vor dem Abi haben wir alles ein wenig minimiert“, erläutert Leonie Litzenbauer: Statt eines Abiballs gab es eine Party, die kleine Abizeitung verkauften sie nicht groß.

„Wir sind froh, dass die Klasse entstanden ist“, sagt Lena Thaden – sie sei nicht unumstritten gewesen. Die Schulleitung habe sie durchgeboxt. „Die Lehrer, die uns unterrichtet haben, waren dafür – das haben wir gemerkt“, sagt sie und dankt auch Tutorin Christiane Schulenberg.

Sie will selbst Lehrerin werden und in Marburg Bio und Geschichte studieren. Auch Jennifer Weinmann geht wahrscheinlich in Richtung Lehramt: Bio und Mathe in Kassel oder Marburg. Milenia Graf möchte in Kassel Englisch studieren – ob auf Lehramt, weiß sie noch nicht. Leonie Litzenbauer hat derweil unter anderem wegen einer Verletzung mit dem Leistungssport aufgehört – ihr Plan lautet, in Göttingen Orthobionik zu studieren.

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