Schulalltag jahrzehntelang geprägt

Uplandschule verabschiedet Ilse Klingenberg, Jutta Hellwig und Karl-Heinz Kesper

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Großer Einschnitt an der Uplandschule (von links): Die Schulgemeinde um Barbara Pavlu verabschiedete Jutta Hellwig, Ilse Klingenberg und Karl-Heinz Kesper.

Willingen.  „Welch ein Einschnitt“, sagte Schulleiterin Barbara Pavlu: Sechs Lehrer haben die Uplandschule verlassen - darunter einige der bekanntesten Gesichter.

Drei Pensionäre, welche das Willinger Schulleben seit den 1980er Jahren prägten, standen im Mittelpunkt einer feierlichen Verabschiedung: Ilse Klingenberg, Jutta Hellwig und Karl-Heinz Kesper.

Ilse Klingenberg kam 1984 zur Uplandschule, zuletzt war sie stellvertretende Schulleiterin. „Das hier war meine erste Schule und ich wollte nie weg“, sagte sie. Ihre Durchsetzungskraft lobte Barbara Pavlu – und ihr Gespür für Nischen: „Nicht zum verstecken, sondern zum Wohl der Schüler.“ So initiierte sie die Theater-AG, den Sponsorenlauf und auch den Aktionstag „Essen erleben“, den die Eltern zu ihrer Freude sehr unterstützten. Auch die Fahrten nach Kiew gehörten dazu – schon vor der Fusion des Gymnasiums und der Mittelpunktschule zur Gesamtschule sei dabei Zusammenarbeit geglückt. Wer etwas besonderes im Schulalltag haben wollen, müsse sich trauen, riet sie. Und: „Zwei Dinge sollten Menschen immer bekommen: Wertschätzung und Freiräume.“

Karl-Heinz Kesper sei „der andere Lehrer“, so Barbara Pavlu: „der, dem alle Schüler aus der Hand fressen – der mit dem Kesper-Sport.“ Diese Aufbaugruppe für Talente betrieb er bis vor vier Jahren, auch bereitete er Langläufer auf „Jugend trainiert für Olympia vor“ und begleitete Sportler auch außerhalb der Schule pädagogisch. „Du hast es geschafft, dass wir den Sport geliebt haben“, sagte Anke Keudel vom Elternbeirat. Kollegin Olivia Keindl zeigte Video-Statements von Weggefährten gesammelt: Sie zeichneten das Bild eines Mannes, der viele neue Kollegen einführte und das Lehrerzimmer aufheiterte. „Meinen beruflichen Leitspruch ,Mensch sein, Mensch bleiben‘ habt ihr mit Leben erfüllt“, bedankte er sich – nun hoffe er auf Herzblut für die „Eliteschule des Sports“.

1986 kam Jutta Hellwig zur Uplandschule. Über diese hinaus bekannt wurde sie als Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Lehrer in Waldeck-Frankenberg und dem Schwalm-Eder-Kreis – 21 Jahre lang füllte sie diese Rolle, nachdem sie als Nachrückerin ins Gremium gekommen war. Sie beriet Kollegen aus 130 Schulen, vehement habe sie sich in der Gewerkschaft GEW für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt, sagte Barbara Pavlu. Auch Georg Geuenich vom Gesamtpersonalrat würdigte, wie sie die Spannungen zwischen „Erfüllung der dienstlichen Aufgaben“ und „Wohl der Beschäftigten“ handhabte.

Pinguine für Ilse Klingenberg, Streikende für Jutta Hellwig und ein "Petri Heil" für Karl-Heinz Kesper: Zum Abschied sang ein Projektchor.

Inga Schneiders Rede für den Personalrat verdeutlichte den Wirkungskreis der Lehrer: Mathe bei Hellwig, Theater bei Klingenberg, Narbe aus dem Kesper-Sport – aber der sei heilig gewesen. Musikalisch begleiteten Gerald Friedrich, Bernd Rafflenbeul und Christian Röhling die Feier, für Ilse Klingenberg setzte Barbara Pavlu sich selbst ans Klavier, ein Projektchor der Lehrer kam in passenden Kostümen auf die Bühne.

Zwei Lehrer, welche die Uplandschule verlassen, um näher bei Heimat und Familie zu sein, sind Lehrertrainer Michael Wiatr und Georg Geuenich. Auch Lothar Albrecht ist im Ruhestand. Bürgermeister Thomas Trachte würdige die Lehrer als tragenden Beruf der Gemeinde: „Wie viele junge Upländer haben es geschafft, im Leben einen guten Weg zu gehen? Die Basis dafür ist durch ihre Arbeit gelegt worden.”

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