Uplandschülerin ist für ein Jahr zu Gast in den USA

Schüleraustausch in Texas: Auszeichnung für Johanna Rummel

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Ausgezeichnete Schülerin: Johanna Rummel ist „Schülerin des Monats“ an der „Tivy High School“  in Texas geworden. 

Kerrville/Texas. Seit zwei Monaten ist die Stadt Kerrville in Texas (USA) das vorübergehende Zuhause von Johanna Rummel. Die Schülerin der Willinger Uplandschule macht dort ein Austauschjahr – und wurde jetzt zur „Schülerin des Monats“ an ihrer Highschool gewählt. Hier berichtet sie aus ihrem Alltag.

„Mein Wecker klingelt um 6 Uhr morgens. Dann heißt es fertig machen für die „Tivy High School“. Die Schule beginnt um 7.50 Uhr und endet um 15.25 Uhr.

Danach habe ich aber noch Tennis-Training, sodass ich erst um 17.30 Uhr zu Hause bin. Dort warten dann noch Hausaufgaben auf mich. Nebenbei helfe ich noch im Haushalt mit, putze mein Zimmer und wasche meine Kleidung. Hier in den USA ist es für die Kinder selbstverständlich, im Haushalt mitzuhelfen, es hat jeder seine festen Aufgaben. Mein Tag endet gegen 23 Uhr. Am Wochenende habe ich nicht viel Zeit zu relaxen. Wir sind meistens unterwegs, da meine Gastfamilie mir sehr viel von der Gegend zeigt. Meine ganze Woche ist daher sehr verplant und es bleibt kaum Freizeit. Die meiste Zeit verbringe ich daher mit meinen Freunden in der Schule oder beim Schulsport. Die Leute hier sind wirklich super nett, aber man vermisst seine eigenen Freunde in der Heimat schon.

Die "Tivy High School" in Kerrville, Texas.

Meine Schule ist ziemlich groß. Sie hat sieben Flügel, eine große Cafeteria und an Sportanlagen alles was das Herz begehrt: Tennis, Baseball, Fußball, Leichtathletik und so weiter. Über 2000 Schüler besuchen die Schule, es gibt eine Krankenschwester und Polizisten. Hier wird sehr viel Wert auf Integration gelegt. Egal ob Schüler geistig oder körperlich behindert sind, hier werden alle mit eingebunden. In meiner Klasse haben wir Stumme, da ist immer ein Lehrer für Gebärdensprache im Unterricht.

Generell wird sehr auf das Benehmen der Schüler geachtet und den Umgang zwischen den Mitschülern und Lehrern. „Scheiße“ sagt niemand. Wenn einem das Wort rausrutscht, gibt es einen Verweis. Handys dürfen wir benutzen, sie werden aber im Unterricht ausgestellt. Da gibt es keine Diskussionen. Außerdem spielt hier der Dresscode eine wichtige Rolle, auch bei den Lehrern.

Eine Schulstunde dauert 55 Minuten, danach hat man fünf Minuten Zeit, den Raum zu wechseln – was bei sieben Flügeln meist sehr stressig ist. Zur Grundausstattung gehören Computer, Beamer und Dashboards, Tafel und Kreide gibt es nicht. Ebenso gibt es nur Einzelsitze, die wie in amerikanischen Filmen aussehen. Man kann seine Noten zu jeder Zeit mit seinen persönlichen Login-Daten auf der Schulwebsite einsehen. Mein Stundenplan ist jeden Tag gleich. Für die Nachmittagsstunden konnte ich aus einem Katalog aus über 63 Nachmittagsangeboten auswählen.

Alle vier Wochen werden „Schüler des Monats“ nominiert, die aufgrund ihres Arbeitspensums und Sozialverhaltens eine sehr gute Leistung abgeben.

Unterm Strich kann ich sagen, dass es viel Disziplin bedarf, um die Woche zu schaffen. Wird man nachlässig, sitzt man im nächsten Flieger nach Hause oder fliegt von der Schule. Ein wirkliches Fazit kann ich nach zwei Monaten noch nicht ziehen, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.“

Von Johanna Rummel

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