Polizisten und Familie bedroht

Urteil gefallen: Sauerländer droht vor Willinger Lokal mit Bombe  

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Urteil gefallen: Ein junger Sauerländer musste sich am Korbacher Amtsgericht wegen einer Bombendrohung in Willingen verantworten.

Willingen/Korbach. Er habe 17,5 Kilogramm Sprengstoff in Willingen versteckt und werde sie zur Explosion bringen: Für diese Drohung wurde ein 24-Jähriger aus Sundern in Korbach verurteilt.

Wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat und Bedrohung eines Polizisten verhängte Richterin Jana Meyerrose eine Geldstrafe von 3000 Euro.

Der Beschuldigte gestand und zeigte sich reumütig: „Ich weiß nicht, wie ich so etwas überhaupt sagen kann – ich habe noch nie jemandem etwas zuleide getan.“ Er sei „sturzbesoffen“ gewesen: Er habe seit dem Morgen getrunken. Er war schon in mehreren Lokalen durch „flegelhaftes Verhalten“ aufgefallen, berichtete ein Polizist.

Bekenntnis zum "IS"

Schließlich sprach er Sicherheitspersonal eines Lokals an, in dem sich rund 2000 Gäste aufhielten: Er verlangte Einlass, bekannte sich zum sogenannten „Islamischen Staat“ und lobte das islamistische Selbstmordattentat in Manchester vom 22. Mai 2017 mit 23 Toten, bevor er seine eigene Drohung äußerte. „Ich habe mit dem IS nichts zu tun, ich bin überzeugter Christ“, erklärte der Deutsche vor Gericht.

Seine Drohung habe sehr ernsthaft gewirkt, sagten die Zeugen. Einige Gäste hätten sie mitbekommen und seien beunruhigt gewesen, eine Panik sei aber zum Glück nicht ausgebrochen. Die Polizei kam letztlich zum Schluss, dass es keine Bombe gebe und nahm den Sauerländer mit.

Rockerbande angedroht

„Auf dem Weg zur Polizeistation mussten wir uns einiges anhören“, erinnerte sich ein 51-jährige Polizist. Das schlimmste: Er habe Verbindungen zur Rocker-Szene und kenne Leute, die die Kinder des Beamten „aufschlitzen“ würden. „Es ist mir ein Rätsel, wie jemand so etwas sagen kann“, erklärte der Polizist.

Wie groß war die Rolle des Alkohols?

Ein Atem-Alkoholtest des Beschuldigten ergab 0,27 Milligramm Alkohol pro Liter – in übliche Promillewerte sei das schwer umzurechnen, aber nicht sehr viel, erklärte die Staatsanwältin. Dass Richterin Jana Meyerrose trotz des Geständnisses alle Zeugen vernahm, hatte einen guten Grund: Sie wollte Klarheit darüber , wie alkoholisiert der Sunderner war. 

Die Aussagen reichten von „Ich hätte nicht gedacht, dass der alkoholisiert war“ bis „ziemlich betrunken“ – auf die meisten wirkte er nicht sehr alkoholisiert. Insgesamt reiche das nicht aus, um von einer verminderten Schuldfähigkeit wegen Alkoholkonsums auszugehen, befand die Richterin. 

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