Forderung: Straßen in öffentlicher Hand belassen

Verband Deutscher Straßenwärter tagt in Willingen

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Wechsel nach 20 Jahren: Siegfried Damm (links) trat nicht wieder als Vorsitzer der Straßenwärter-Gewerkschaft an, Hermann Josef Siebigteroth wurde zum Nachfolger gewählt.  

Willingen/Battenberg. Nach 20 Jahren an der Spitze des Verbandes Deutscher Straßenwärter ist Siegfried Damm beim Gewerkschaftstag in Willingen nicht wieder angetreten. Der 59-jährige Battenberger hat sich gegen Privatisierungsbemühungen bei der Pflege von Straßen eingesetzt, sein Nachfolger Hermann-Josef Siebigteroth hält den Kurs: „Gegen Öffentlich-Private Partnerschaften, die ein Betrug an unseren Kindern und Kindeskindern sind, werden wir uns weiterhin zur Wehr setzen.“

Siegfried Damm bestimmte der Bundesvorstand derweil einstimmig zum Bundesehrenvorsitzenden: „Er hat die Gewerkschaft zu dem gemacht, was sie heute ist“, sagte sein langjähriger Weggefährte Klaus Eckel. Sowohl für das Engagement für die Arbeiter als auch als Ansprechpartner für Minister in Bund und Ländern sei er hochgeschätzt gewesen. Sein Einsatz habe ihm derweil viel abverlangt – allein die tägliche Fahrt von Battenberg nach Köln habe sehr viel Zeit gekostet, sagte Damm.

Bestimmendes Thema des Gewerkschaftstags, zu dem rund 200 Delegierte und 40 Gäste eingeladen waren, waren die Öffentlich-Privaten Partnerschaften, bei denen Autobahnen privat betrieben werden. Bei der A 7 habe sich gezeigt, wie teuer dies den Steuerzahler zu stehen komme, befand Damm. Nicht nur das: „Es kostet Arbeitsplätze und die Qualität leidet.“ Schlimmstes Beispiel sei die A1, deren Betreiber viel öffentliches Geld erhalten habe, aber letztlich Insolvenz anmeldete. Auch die private Betreuung von Kreisstraßen bereitet Sorge – ebensolche Pläne des damaligen Landrats Helmut Eichenlaub habe er verhindert, erklärt Damm.

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