Vorträge und Exkursion bei der Regionalkonferenz des Geoparks „Grenzwelten“

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Die Referenten der Regionalkonferenz des Geoparks „Grenzwelten“ – von links: Norbert Panek vom Geopark-Projektbüro, Reiner Kunz, Gerd Rosenkranz, Benedikt Wrede, Prof. Lothar Viereck und Kim Peis vom Geopark-Projektbüro.

Willingen. Eine Exkursion zur Schiefergrube „Christine“ und vier Vorträge standen am Freitag in Willingen  bei der neunen Regionalkonferenz des Geoparks „Grenzwelten“ auf dem Programm.

Rund 50 Teilnehmer kamen ins Willinger Feuerwehrhaus – Vertreter der Partnergemeinden, des Tourismus, der Naturparke und des Nationalparks Edersee/Kellerwald sowie die Beauftragten und Gästeführer des Geoparks, 

Das Bergheiden-Projekt

Benedikt Brede von der Biologischen Station des Hochsauerlandkreises stellte das länderübergreifende Bergheiden-Projekt der Naturparke Rothaargebirge und Diemelsee vor. Es hat im September begonnen und läuft vier Jahre. Ziel ist, auch im Upland die noch vorhandenen Heideflächen zu erhalten und neue zurückzugewinnen, bei der Pflege spielen Schafherden eine große Rolle. Die Projektleitung haben Katharina und Benedikt Wrede. Die ersten Vorhaben würden bereits umgesetzt, erklärte er. Wichtig dabei sei, den Konsens zu suchen. 

Vulkanismus im Wolfhager Land

Über den Vulkanismus im Wolfhager Land berichteten Prof. Lothar Viereck und Reiner Kunz. Der gebürtige Kasseler Viereck war bis zu seiner Pensionierung Professor an der Schiller-Universität in Jena. Er stellte zunächst vor, welche Vulkane in Mitteleuropa zwischen Eifel und Lausitz vor etwa 70 Millionen Jahren aktiv waren. Im Wolfhager Land seien Vulkane vor 15 bis 13 Millionen Jahren ausgebrochen, kurz nach denen im Vogelsberg. Doch von den „Vulkangebäuden“, Schlackekegeln und Lavaströmen sei heute durch die Erosion kaum noch etwas sichtbar, vieles sei abgetragen worden.

Der Geochemiker plant, 2019/20 bei Wolfhaben einen Vulkanpfad einzurichten, „um das Bild alter Vulkane entstehen zu lassen“. 

Das Marsberger Kupferrevier

Gerd Rosenkranz führte in die Geschichte des Marsberger Kupferreviers ein. Schon um 600 nach Christi begann der Abbau in Ober-Marsberg. Männer trieben 65 Meter tiefe Schächte in den Bergkegel und bauten das Erz ab. 

Später kam der Tagebau hinzu, der gravierend ins Bergprofil eingriff. Zehn Millionen Tonnen Erz seien gefördert worden. Unter Tage wurden auf mehreren Ebenen mit einer Gesamthöhe von 110 Metern Felder angelegt und nach dem Abbau mit Steinen aufgefüllt, um die Gebäude der Stadt auf dem Berg nicht zu gefährden.

Im 19. Jahrhundert blühten die Kupferminen in Nieder-Marsberg auf, gleich drei Hütten waren in Betrieb, die rund 800 Menschen Arbeit gaben. Rosenkranz ging auch auf die Umweltschäden ein, so entstand giftiges Dioxin. 

In den 1400 Jahren seien in Marsberg rund zehn Millionen Tonnen Erzgestein gewonnen worden, darunter 300 000 Tonnen reines Kupfer, berichtete Rosenkranz. Als Nebenprodukt seien noch 300 Tonnen Silber angefallen. Heute hätten diese Metalle einen Wert von 2,35 Milliarden Euro.

Der Jahresrückblick

Der Leiter des Geopark-Projektbüros in der Kreisverwaltung, Norbert Panek, gab einen Jahresrückblick. Der Infostand beim Korbacher Hessentag habe den Bekanntheitsgrad des Geoparks erhöht, erklärte er. In Gilserberg-Winterscheid in der Schwalm wurde ein neuer Geopfad angelegt. Am Steinbruch „Hohenäcker“ bei Rodenbach wurde ein Infopavillon aufgestellt, um auf die bedeutenden Fossilienfunde hinzuweisen. Weitere Geopfade und Geostationen seien in Planung, sagte Panek.

Als „Geotop des Jahres“ wurde der Frankenberger Dohlenfelsen ausgezeichnet. An Publikationen seien ein Newsletter, ein Faltblatt zum Volkmarser Wattertal und die Broschüre über die Adorfer Klippe erschienen, die Faltkarte des Geoparks sei in zweiter Auflage herausgegeben worden. Schließlich berichtete Panek noch über neue Funde in der Korbacher Spalte. 

Zu Beginn gab es eine Führung durch das Schieferbergwerk Grube „Christine“. Ein Grußwort sprach Bürgermeister Thomas Trachte.

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