Opfer war schwer verletzt 

Zug rammt auf Bahnübergang Auto: Urteil gegen den Fahrer gefallen

nh123 Auto in Willingen mit Regionalbahn kollidiert
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Bei dem Zusammenstoß des Autos mit dem Zug am 23. November 2018 wurde der Autofahrer schwer verletzt.

2018 kollidierte in Willingen in Waldeck-Frankenberg mit einem Zug. Ein Autofahrer war auf die Gleise gefahren obwohl die Halbschranke geschlossen war. Jetzt wurde der Unfallverursacher verurteilt. 

  • Am 23.11.2018 ist ein Auto bei Willingen im Kreis Waldeck-Frankenberg auf die Bahngleise gefahren und mit einem Zug kollidiert
  • Schranke war geschlossen
  • Fall wurde jetzt am Amtsgericht Korbach verhandelt

Weil er einen Zusammenstoß mit einem Zug verursacht hatte, ist ein Mann aus Waldeck-Frankenberg am Korbacher Amtsgericht schuldig gesprochen worden. Der Mann war im November 2018 mit einemAuto in Willingen-Stryck auf das Gleisbett gefahren, obwohl die Halbschranke dort unten war. Bei dem Zusammenstoß mit dem Zug wurde er schwer verletzt, und es entstand hoher Sachschaden. 

Der Mann war laut der Anklage aus Richtung Bauhof mit der Front des Autos in den Fahrspur-Bereich des Regionalzuges gefahren. Die Schranke sowie die Lichtzeichenanlage am Bahnübergang hatten funktioniert, und die Halbschranke war unten, als es zur Kollision kam. Das hatten Fotos am Unfallort gezeigt. 

Auto in Willingen in Waldeck-Frankenberg mit Zug kollidiert: Autofahrer schwer verletzt

Der Zugführer hatte sich richtig verhalten und gebremst. Trotzdem war der Zug beim Zusammenprall noch 73  Stundenkilometer schnell. Durch die Kollision wurde das Auto eine Böschung heruntergeschleudert und blieb, nachdem es sich überschlagen hatte, auf einer Wiese liegen. 

Der Autofahrer aus Waldeck-Frankenberg wurde schwer verletzt und musste aus dem Fahrzeug befreit werden. Am Auto entstand ein Schaden von 20.000 Euro. 

Der Zugführer, ein Zugbegleiter und 29 Fahrgäste blieben unverletzt. Für die Bahn war ein Schaden in Höhe von insgesamt 126.000 Euro entstanden, der von der Versicherung des Beschuldigten bereits gezahlt worden sei. 

Auto in Willingen in Waldeck-Frankenberg mit Zug kollidiert: "Augenblicksversagen"

Dem Autofahrer aus Waldeck-Frankenberg wurde vorgeworfen, leichtsinnig und fahrlässig gehandelt und dadurch eine erhebliche Gefahr für den Zugverkehr ausgelöst zu haben. 

„Es tut mir furchtbar leid für alle Beteiligten“, sagte er vor Gericht. „Ich kann mich an gar nichts von dem Vorfall erinnern“, beteuerte er, „und es war bestimmt nicht absichtlich“. Die Aussagen befand der Staatsanwalt für glaubwürdig. Dieser erklärte den Unfall mit einem „Augenblicksversagen“. 

Der Verteidiger sprach davon, dass den Fahrer damals möglicherweise die Sonne geblendet haben könnte. Da der Vorfall bereits anderthalb Jahre zurückliege, plädierte er dafür, von einem Fahrverbot abzusehen. 

Auto in Willingen in Waldeck-Frankenberg mit Zug kollidiert: Fahrverbot und Geldstrafe

Doch der Richter entschied sich schließlich wie im Plädoyer des Staatsanwalts für eine Geldstrafe anstelle einer Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte muss 90 Tagessätze zu je 60 Euro zahlen, insgesamt 5400 Euro. Außerdem erhält er für einen Monat Fahrverbot – „nicht als Bestrafung, sondern als präventive Maßnahme“. 

Der Mann aus Waldeck-Frankenberg fährt bereits sei Anfang 2019 wieder beruflich Auto – unfallfrei. Der Zusammenstoß hatte einen „sehr großen Schaden und gravierende Auswirkungen auf den Schienenverkehr“ mit einer Sperrung der Strecke bewirkt. 

Dem Angeklagten kam zugute, dass er gestanden hat und die Schäden beglichen worden sind. Das Urteil ist rechtskräftig.

An der Unfälle in Waldeck-Frankenberg

Bei einem Unfall in Waldeck-Frankenberg sind drei Teenager gestorben. Zwei starben bereits an der Unfallstelle, eine 18-Jährige erlag zwei Tage später den Folgen ihrer Verletzungen. 

Bei Vöhl im Kreis Waldeck-Frankenberg nahe Kassel kam es zu schweren Unfällen mit Motorrädern. Mehrere Personen wurden dabei schwer verletzt.

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