Sportverein und Besucher beklagen Schäden

Wenig Rücksicht auf ehrenamtliche Arbeit an Loipen in Eimelrod

Die Loipenfüchse des SV Eimelrod pflegen die Strecke ehrenamtlich, im Bild Marijan Jecmenjak am Samstag. Die Stahlplatte am Schneemobil zieht die Spur, was Stunden dauert – Schäden an den Loipen lösen Ärger aus.
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Die Loipenfüchse des SV Eimelrod pflegen die Strecke ehrenamtlich, im Bild Marijan Jecmenjak am Samstag. Die Stahlplatte am Schneemobil zieht die Spur, was Stunden dauert – Schäden an den Loipen lösen Ärger aus.

Langlauf ist eine der wenigen verbliebenen Aktivitäten, die im Lockdown unproblematisch sind. In Eimelrod wird er ehrenamtlich ermöglicht – aber auf die Mühe wird nicht immer Rücksicht genommen.

Willingen-Eimelrod – Sobald 20 Zentimeter ordentlicher Schnee liegen, schlägt die Stunde der Eimelroder „Loipenfüchse“: Dann spannen sie einen beschwerten Schlitten hinter ein Schneemobil und ziehen ihn über die Pisten rund um den Mühlenberg. Ein 13,5 Kilometer langes Netz aus drei Loipen legen sie so an. Einheimische und Besucher nutzen es gerne, sagt Torsten Wöhrle, der Chef des 23-köpfigen Teams im SV Eimelrod. Aber allzu oft wird die stundenlange Arbeit durch mangelnde Rücksichtnahme zunichte gemacht.

Langläufer brauchen Loipen, um nicht durch den tiefen Schnee stampfen zu müssen, die Spur zeigt zudem die Route. Auf ihr Netz auf dem Mühlenberg sind die Verantwortlichen stolz: Direkt nach Weihnachten wurde es gespurt, Mundpropaganda zog viele Gäste aus der Umgebung an. Das Lauf-Pensum sei durch die verzweigten Wege schön einteilbar, erklärt Ortsvorsteherin Henrike Habermann-Diez. Und auch der Einsteig beim Usselner Ortseingang sei sehr beliebt, fügt SV-Vorsitzender Benjamin Heyer hinzu.

Dieses beliebte Angebot zu schaffen, fordert viel Mühe: Während in Willingen und Usseln Pistenwalzen zu Einsatz kommen, nutzen die Eimelroder das Schneemobil – Gerät und Treibstoff stellt die Gemeinde, die Arbeit erledigen die ehrenamtlichen Loipenfüchse.

Mit fünf bis sieben Stundenkilometern ziehen sie die Stahlplatte, deren Kufen die Loipe spuren – schneller, und sie beginnt zu schlingern. So dauert es zwei bis zweieinhalb Stunden, bis alles fertig ist, hier und da müssen auch Äste abgeschnitten werden, die im Weg hängen.

Eigentlich haben die „Loipenfüchse“ da Spaß dran, sagt Torsten Wöhrle. Doch bei ihnen und Besuchern aus den Nachbarorten regt sich Unmut: Vermehrt wird die Loipe durch Kraftverkehr auf dem Mühlenberg zerstört. Und dabei geht es nicht um eine gelegentliche Querung, teils wird kilometerlang direkt über die Spur gefahren, auch auf Routen, die eigentlich sonst nie jemand nutze. Stellenweise sei die Loipe nicht wiederzuerkennen. Eine aufgewühlte Loipe lasse sich wegen der Nähe zum Boden nicht reparieren, bis es wieder Neuschnee gibt. Auch dann dauert es wieder Stunden.

„Es ist ärgerlich, wenn wir das als ehrenamtliche Abteilung betreiben, uns Mühe geben und dann so etwas geschieht“, sagt Torsten Wöhrle. Eigentlich gebe es Verträge, nach denen Waldarbeiter und Jäger Rücksicht auf die loipe nehmen sollen – das sei wohl leider in Vergessenheit geraten.

Zusätzliche Probleme bereitet das vermehrte Aufkommen von Spaziergängern und Schlitten, die über die Loipe ziehen, statt über die Fußwege. Dementsprechende Hinweisschilder werden ignoriert, und wo einmal Schäden sind, macht der nächste Besucher sich wenig Gedanken. „Es geht nur Hand in Hand und mit gegenseitiger Rücksichtnahme“, appelliert Henrike Habermann-Diez. Das gleiche gelte für ein mit dem erhöhten Besucheraufkommen einhergehendes Problem: den Müll, den Rodler auf Privatgrundstücken hinterlassen. Sie und Benjamin Heyer fordern zur Rücksicht auf: Langlauf sei derzeit die einzige Wintersportmöglichkeit und dabei sehr regelkonform umsetzbar – und er sei das letzte, was der Sportverein noch anbieten kann. (wf)

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