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Willingen nutzt Allerheiligen für verlängertes Food-Festival und „Lichterglanz“

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Von: Wilhelm Figge

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Beim Lichterglanz beschränkten die Willinger Geschäfte die Strahler wegen der Energiekrise auf den Brunnenplatz.
Beim Lichterglanz beschränkten die Willinger Geschäfte die Strahler wegen der Energiekrise auf den Brunnenplatz. © Wilhelm Figge

Allerheiligen kamen in Willingen zwei Ereignisse zusammen: das Street-Food-Festival und der Einkaufsbummel im „Lichterglanz“.

Willingen – Autos mit HSK-Kennzeichen sind den einheimischen zahlenmäßig weit überlegen – und entlang der Willinger Hauptstraße und auf den Parkplätzen finden sich im Vorbeigehen Nummernschilder aus halb Westfalen: Zu Allerheiligen nutzen wieder viele den Feiertag im Nachbarland für einen Abstecher ins Upland. Im Weltcup-Ort ist das Anlass für den langen Einkaufsabend „Willingen im Lichterglanz“.

Wegen der Energiekrise hatte der Wirtschaftsförderungsverein Aktives Willingen beschlossen, die übliche Fassadenbestrahlung dieses Jahr auf den Brunnenplatz zu beschränken: Dort sammelten sich einige Gäste in gemütlicher Runde, staunten über Zauberkünstler Charlie Martin und lauschten der Sängerin Kimberly.

Entlang der Hauptstraße flackerten derweil Kerzen als Ergänzung zu den Schaufenstern. Negative Auswirkungen auf das Interesse der Kunden bemerke sie nicht, sagte Ines Kersting von der Buchhandlung Ambientee über das Lichterkonzept: „Ich finde das auch ganz richtig.“ LEDs verbrauchten zwar kaum Strom, aber es summiere sich – und letztlich sei es eine Ausnahmesituation. Schon das Wochenende mit seinem warmen Wetter sei gut besucht gewesen, Allerheiligen ziehe weiter viele Kunden aus Westfalen.

Viele Gäste zählten auch Sigrid und Matthias Wilke vom Sportgeschäft Wilke, so wie schon am Wochenende. Es sei jedoch zu merken, dass die Kaufkraft in der Krise falle – so ganz an die „Lichterglanz“-Auflagen vor Corona könne nicht angeknüpft werden. Andere Händler gehen weiter und hinterfragen, ob die Abendveranstaltung vor einem Arbeitstag richtig aufgehoben sei – und ob Beleuchtung mehr Kunden gelockt hätte.

Beim Kochen zusehen konnten Besucher des Street-Food-Festivals etwa Worrawalan Naumann.
Beim Kochen zusehen konnten Besucher des Street-Food-Festivals etwa Worrawalan Naumann. © Wilhelm Figge

Während die Lichter flackerten, klangt die andere Willinger Veranstaltung dieser Tage aus: Die zweite Auflage des Street-Food-Festivals „Cheat Day“ war bis Allerheiligen verlängert worden. An bis zu 15 Ständen genossen zahlreiche Gäste saftige Burger und deftige Käsespätzle, Schnitten mit frittierten Hähnchen und Sandwiches mit knuspriger Schwarte, süße Churros und gefrorenen Joghurt sowie ungewöhnliche Geschmackskombinationen wie Burritos mit Garnelen und Mango oder Pastrami auf Kartoffelwaffeln mit Ahorn-Note. Auch vegane und vegetarische Angebote waren verbreitet, zuweilen gab es Musik auf der Bühne.

Er sei mit der Nachfrage zufrieden, gerade am Wochenende mit seinem angenehmen Wetter, erklärt Rickus Naumann aus Bad Schwartau, während seine Frau Worrawalan frisches Thailändisches Essen zubereitet. Carsten Netzer aus Bad Salzuflen sieht es am Burger-Stand gegenüber ähnlich: Gerade das Wochenende lief gut, Montag flachte es etwas ab. Aber: „Es ist immer schön in Willingen.“ Er spricht die Idee an, nächstes Jahr sogar dreimal im Upland zu gastieren – die wechselnden Gäste machen es möglich.

Enthusiastisch zeigte sich Taco-Verkäufer Adam aus Düsseldorf: „Gutes Publikum, gutes Essen und gutes Wetter – das ist wie ein Sechser im Lotto.“ Er bietet kurz einem Kunden einen Chip mit Soße an, um einen weiteren Verkauf zu sichern, bevor er fortfährt. Nicht nur das kulinarische Angebot sei international, sondern auch die Gäste: „Es ist multikulturell, ein echtes Frieden-Food-Festival.“ (wf)

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