CDU-Antrag findet Mehrheit

Willingen soll Klimaschutz-Konzept vorlegen

Ein nachhaltiges Klimaschutzkonzept soll der Gemeindevorstand vorlegen. Dem CDU-Antrag dazu schloss sich das Parlament an und legte besonderes Augenmerk auf das Lagunenbad.
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Ein nachhaltiges Klimaschutzkonzept soll der Gemeindevorstand vorlegen. Dem CDU-Antrag dazu schloss sich das Parlament an und legte besonderes Augenmerk auf das Lagunenbad.

Wie kann Willingen klimafreundlicher werden? Einem Antrag der CDU schloss sich die Parlamentsmehrheit an – andere verwiesen auf laufende Arbeiten.

Willingen (Upland) – Ein Konzept zum nachhaltigen Klimaschutz soll der Willinger Gemeindevorstand binnen eines Jahres vorlegen: Damit folgte die Gemeindevertretung einstimmig bei sechs Enthaltungen einem Antrag der CDU-Fraktion.

„Der Klimawandel und die Energiewende erfordern auch von unserer Gemeinde, einen sinnvollen Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu leisten“, erläutert Karl Leyhe den Antrag – in der Charta „Hessen aktiv: die Klima-Kommunen“, der Willingen beigetreten ist, gebe es zu diesem Zweck Beratung und Zugang zu Fördermöglichkeiten.

Die angestrebte Klimaneutralität hätte dabei gerade in Willingen auch positive Nebeneffekte: „Die CDU ist der Meinung, dass in nicht allzu ferner Zukunft die ökologische Rezeptionsfähigkeit einer Urlaubsregion auch bei uns einen nicht geringen Einfluss auf das Buchungsverhalten der Gäste haben wird.“ Der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft bestätige das Jahr für Jahr.

Auch bei der Energieeffizienz von Fotovoltaik-Anlagen auf Gemeindebauten, gerade großen Energieverbrauchern wie Kläranlage oder Bad, gebe es Potenzial, „abseits einer Ideologie Ökologisches und Ökonomisches miteinander zu verbinden“.

„Ein guter Vorschlag, aufgehoben für den Wahlkampf“, kommentierte Friedrich Engelbracht (FW). Er schlug vor, die Frist zu verkürzen. Letztlich wurde sein Vorschlag, ein Klimaschutzkonzept für den Neubau des Lagunenbads schon nach sechs Monaten vorzulegen, eingearbeitet.

„Das Thema ist imminent wichtig“, befand Thorsten Kesper (SPD) – werde aber im Gemeindevorstand auch schon diskutiert. Das hatte auch Karl Leyhe schon eingeräumt: Die Gemeinde hat eine Stabstelle für den Klimaschutz geschaffen – nun gehe es darum, diese zu unterstützen.

Bürgermeister Thomas Trachte erläuterte, dass diese sich zwar noch im Aufbau befinde: „Aber beim Umwelt- und Naturschutz macht die Gemeinde entgegen ihres Rufes sehr viel“, befand er. Die Stabstelle soll an allen Projekten beteiligt werden, die mit dem Klimaschutz zu tun haben, öffentliche wie private Maßnahmen dokumentieren, eigene Projekte entwickeln und als Botschafter auftreten.

„Am Klimaschutz kommen wir alle nicht vorbei, das muss gemacht werden“, erklärte Friedrich Wilke (Freie Wähler) – und wies darauf hin, dass ein ebenfalls in der Sitzung verabschiedeter Bebauungsplan die Verrohrung eines Teils der Buckemühle in Willingen vorsehe, obwohl das Offenlegen von Flüssen angebracht sei. Manchmal gebe es Zielkonflikte, die Kompromisse nötig machten, erklärte Thomas Trachte. Im angesprochenen Plan geht es um ein Mehrfamilienhaus und eine Lagerhalle.

Karl Leyhes Meinung, dass die Gemeinde ihre Schritte in Sachen Klima- und Umweltschutz mehr kommunizieren solle, sprang Fraktionskollege Friedrich Pohlmann bei: „Wir müssen das Thema werbewirksam nutzen und zeigen, dass wir in Willingen aktiver unterwegs sind als andere.“ (wf)

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