Anderthalb bis zwei Hektar umgegraben

Willingen: Wildschweine wühlen am Hohen Eimberg

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Tief gewühlt haben die Wildschweine am Hohen Eimberg rund um die Birkenhof-Alm in Willingen.

Ärger mit Wildschweinen kennt manch Gartenbesitzer und Landwirt. Rund um einen Hof in Willingen lassen sie aber gerade richtig die Sau raus.

Die Wiese ist als solche kaum zu erkennen, vielmehr liegt ein Feld voller Erdklumpen unterhalb des Hofs „Birkenhof-Alm“ in Willingen. Und den Hohen Eimberg hinauf geht es weiter: Wildschweine haben anderthalb bis zwei Hektar Boden aufgewühlt, knapp 150 Meter breit ist der weithin sichtbare braune Fleck am Hang. „In den vergangenen drei Wochen haben sie die komplette Böschung umgegraben“, berichtet Wilhelm Saure senior.

Vor einigen Jahren gab es das Problem schon mal, erinnert er sich: Schon damals hätten die Wildschweine viel Schaden angerichtet – dieses Jahr habe sich das Ausmaß aber noch gesteigert. Die Wiesen dienen zur Pferdehaltung – das könnte auch der Grund sein, aus dem die Wildschweine sie heimsuchen, sagt Jagdpächter Martin Schrinner.

Unter ihren Hinterlassenschaften gedeihen Würmer – und die gehören zum Speiseplan der Sauen. Derweil habe er auch mehrere Füchse gesehen: Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass viele Mäuse in der Wiese leben – ebenfalls Nahrung der Sauen. Mit Sicherheit lasse sich das nicht sagen, aber sie wühlten sehr tief. Um die Wiese wieder nutzbar zu machen, müsse eine Firma engagiert werden, sagt Wilhelm Saure senior, die Höhe des Schaden müsse noch geschätzt werden.

Vom Willinger Ettelsberg aus gesehen offenbart sich das Ausmaß der Spuren rund um die Birkenhof-Alm.

Ob es ein Jahr mit besonders vielen Wildschweinen sei, lasse sich noch nicht sagen, erklärt Schrinner: Es werden viele geschossen, doch sie vermehren sich auch schnell. Speziell die am Hohen Eimberg wütende Rotte zu bejagen, sei gar nicht so einfach: Sie kommt ja nicht jede Nacht zur gleichen Zeit, von 20 bis 6 Uhr könne er aber nicht auf der Lauer liegen. Eine Drückjagd ins Gelände von Domanial- und Staatswald sei nicht möglich; die Sauen ohne Schnee auch nicht einfach zu verfolgen.

Vergangene Woche Mittwoch habe er nachts eines der Wildschweine erlegt. Letztlich sei das der wirkungsvollste Weg, um die Rotte zu vertreiben. Stoffe zur Vergrämung, ob käufliche oder Hausmittel wie aufgehängtes Menschenhaar, würden nur wenige Wochen wirken. Er hoffe, dass nun Ruhe einkehre. Noch haben die Wildschweine sich aber nicht vertreiben lassen, sagt Wilhelm Saure senior: Am Samstag habe er sie nachts mit dem Fernglas gesehen, wühlten sie wieder.

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