Betrieb mit 92 Mitarbeitern soll weitergeführt werden

Willinger Familienbetrieb Kesper Badmöbel geht in die Insolvenz

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Starken Umsatzrückgang: Der Willinger Familienbetrieb Kesper Badmöbel mit 92 Mitarbeitern musste Insolvenz anmelden. Dennoch läuft der Betrieb weiter, der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Hartmut H. Mitze, setzt auf eine Sanierung

Willingen. Der alteingesessene Familienbetrieb Kesper Badmöbel hat am Dienstag Insolvenz beantragt. Betroffen sind 92 Mitarbeiter, die bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch informiert wurden.

Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Korbacher Amtsgericht den Frankenberger Rechtsanwalt Hartmut H. Mitze bestellt. „Hauptgrund für die dramatische Entwicklung des Familienunternehmens ist der massive Umsatzrückgang in den vorigen Monaten, der bedingt war durch verzögerte Abnahme von Lieferungen eines großen Kunden“, erklärte er am Freitag der WLZ. 

Weiteres Problem sei die Konkurrenz aus Osteuropa, die wegen des niedrigeren Lohnniveaus deutlich günstiger produzieren könne. Die so entstandene Liquiditätslücke habe die Inhaberfamilie nicht mehr schließen können. 

"Lösung finden"

Mitze will sich in den nächsten Wochen mit der Lage des Unternehmens auseinandersetzen, um „eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden“. „Derzeit sind wir dabei, uns einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen, um die Möglichkeiten einer Sanierung des Unternehmens sukzessive zu prüfen und auszuschöpfen“, sagte der Rechtsanwalt. 

Großen Wert lege er auf die Weiterführung des Unternehmens: „Meinem Team und mir ist es wichtig, dass das Unternehmen weiter reibungslos fortgeführt werden kann“, berichtete er. „Derzeit sind wir damit beschäftigt, uns mit den Kunden und wichtigsten Lieferanten über die Fortführung der Produktion und Sicherstellungen der Lieferungen abzustimmen.“ Der Betrieb werde mit dem Inhaber Hans-Jörg Kesper „vollumfänglich“ fortgeführt. 

Schon vor der Insolvenz habe ein Austausch mit dem Betriebsrat stattgefunden. Mit ihm, der Belegschaft sowie der Inhaberfamilie sei Einvernehmen darüber erzielt worden, „dass nach gemeinsamen Lösungen zur Bewältigung der Krise gesucht werden soll“.

Der Markt habe bisher gut auf den Insolvenzantrag reagiert, es lägen bereits die ersten Gesprächsanfragen von potenziellen Interessenten vor. „Dies stimmt mich vorsichtig optimistisch“, sagte Mitze. Mit einer Verfahrenseröffnung sei zum 1. September, spätestens zum 1. Oktober zu rechnen. 

Hochwertige Möbel „Made in Germany“

Kesper stellt nach eigenen Angaben mit einem modernen Maschinenpark hochwertige Spiegelschränke, Waschbeckenunterschränke, Multifunktionsschränke und Waschplätze her, ausschließlich „Made in Germany“. Sie werden über deutsche und internationale Möbelhäuser, Baumärkte, Versandhäuser und Online-Händler vertrieben. Jährlich werden Produktneuheiten entworfen und bis zur Marktreife entwickelt. 

Den Grundstein für das heutige Unternehmen legte Johannes Kesper, der 1862 einen Holzwarenhandel gründete.

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