Digitalfunk bereitet weiter Sorge

150 Einsätze: Willinger Feuerwehren erleben 2018 ein "Rekordjahr"

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Anerkennung für verdiente Brandschützer gab es bei Ehrungen und Beförderungen.

Willingenn (Upland). Viel zu bereden hatten die Upländer Feuerwehrleute: 2018 war mit 150 Einsätzen ein Rekordjahr. Und der Digitalfunk bereitet noch immer Probleme.

150 Einsätze absolvierten die Willinger Feuerwehren im vergangen Jahr – ein Rekord, wie Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl bei der Jahreshauptversammlung in Bömighausen berichtete: „Gezeigt hat sich bei allen Einsätzen die gute Zusammenarbeit alle Upländer Feuerwehren“, lobte er die Kameraden.

78 Hilfeleistungen gehörten ebenso dazu wie 22 Brandeinsätze – an der Dommelmühle sei durch schnelles Eingreifen der Rattlarer ein größeres Feuer verhindert worden. Die Brandsicherheitsdienste – in den 24 waren fünf für den Hessentag enthalten – nehmen weiter zu. 26 Einsätze waren Fehlalarme, vor allem durch Brandmeldeanlagen: Planungsfehler und sorgloser Umgang mit diesen ließen die Feuerwehren öfters umsonst ausrücken – sie hielten als „Versuchskaninchen“ für die Anlagen her, kritisierte Jürgen Querl. Derweil lobte er auch im Namen von Polizei und Ski-Club den Einsatz bei Großveranstaltungen.

Emotional herausfordernder Einsatz für die Willinger Feuerwehr

Besonders hob der Gemeindebrandinspektor einen Einsatz im November hervor: Ein bei der Feuerwehr tätiger Willinger war mit seinem Auto beim Bauhof mit einem Zug zusammengestoßen und eingeklemmt worden. Trotz der emotionalen Belastung habe alles reibungslos funktioniert, äußerte Querl den Stolz auf die Helfer. Dabei sei die Notfallsseelsorge in Anspruch genommen worden: „Es hat gut getan, dass man darüber sprechen konnte.“

Digitalfunk bereitet Willinger Feuerwehren Sorge

Über den Analogfunk habe er nie sprechen müssen – das Thema Digitalfunk reiße aber nicht ab, befand Jürgen Querl: Am Fazit seines Korbacher Gegenstücks Friedhelm Schmidt, die Technik sei teuer und unzuverlässig, sei etwas dran. 

Besonders problematisch sei die Basisstation am Ettelsberg wegen ihrer oberirdischen Leitung: Vor gut einer Woche stürzte eine Tanne auf das Kabel, Alarmierungen für Willingen, Usseln und Schwalefeld waren erst mal nicht mehr möglich. Allgemein seien Usseln und Rattlar schlecht zu alarmieren. Immerhin wurde nach Intervention von Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick in Wiesbaden in Aussicht gestellt, das Kabel am Ettelsberg unter die Erde zu verlegen. 

Manfred Feister von der Rattlarer Feuerwehr kritisierte, dass von Seiten des Landes Druck gemacht wurde, neue Technik viel zu schnell zu kaufen, und Funkmasten gestrichen wurden. Auch sei das Netz der Telekom anfällig für Serverattacken. Und er erinnerte an die Beschädigung eines Kabels an Korbach, die den Digitalfunk in Willingen im Mai 2017 lahmlegte

Seine Sorge um die Energieversorgung bei einem Stromausfall versuchte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer zu lindern – zwei Stunden sollten die Batterie halten. Doch viele Bedenken teilte er: „Da muss man in Richtung Wiesbaden Druck machen.“ Er hielt aber auch fest, dass der Digitalfunk etwa beim Schalten von Einsatzgruppen wie zuletzt beim Sturm durchaus Vorteile habe. Das System an sich sei nicht schlecht, die Umsetzung hapere.

Lösung für Feuerwehrhaus Bömighausen zeichnet sich ab

Der Prüfdienst des Landes stellte 2018 diverse kleinere Mängel an Fahrzeugen und Pumpen fest, die aber behoben werden konnten, wie Jürgen Querl berichtete. Ein größeres Problem sei das nicht zu renovierende Feuerwehrhaus in Bömighausen. Doch auch hier zeichne sich eine Lösung ab: Nach langer Standortsuche sind wieder Grundstücksverhandlungen aufgenommen worden. 

Letzte Baustelle: Das Feuerwehrhaus in Bömighausen soll neu gebaut werden.

Diverse Grundstücke für einen Neubau konnten nicht erworben werden, der Grünstreifen beim DGH sollte nach Möglichkeit erhalten werden, erläuterte Detlef Ückert vom Gemeindevorstand. Das Grundstück in der Ortsmitte, das die Gemeinde nun zu erwerben hofft, biete auch die Möglichkeit, diese optisch aufzuwerten. Jürgen Querl hofft auf einen Baubeginn im Frühjahr 2020.

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