Parlament muss noch entscheiden

Willinger Lagunenbad soll acht Monate schließen

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Erst im nächsten Winter könnte das Lagunenbad nach neuem Vorschlag wieder öffnen – der zweite Bauabschnitt wäre dann noch im Gang.

Willingen. Knapp acht Monate komplett schließen könnte das Lagunenbad während seines weitgehenden Neubaus – das spart Geld und Zeit. Upländer Tourismus könnte anderswo profitieren.

Das Lagunenbad soll während seines weitgehenden Neubaus von April bis Anfang Dezember komplett schließen: Der Haupt- und Finanzausschuss schließt sich der Betriebskommission an und empfiehlt dem Parlament einstimmig dieses Vorgehen.

Dadurch erhofft sich die Gemeinde Einsparungen bei den Baukosten von zwei Millionen Euro und eine um ein halbes Jahr verkürzte Bauzeit. Ursprünglich hatte sie es durchgehend öffnen wollen, angesichts der Einnahmen von 1,5 Millionen und des eingesetzten Personals, erläutert Bürgermeister Thomas Trachte auf Anfrage der WLZ.

Angesichts wegfallender Einnahmen und Betriebskosten muss die Gemeinde bei einer Schließung zusätzlich 86 500 Euro als Verlustzuweisung an den Kurbetrieb überweisen. Durch Einsparungen bei Personalkosten lässt sich das kompensieren: Zwei Beschäftige der Tourist-Info gehen in Elternzeit, eine frei gewordene Stelle im Bauhof soll erst zum Frühjahr 2020 ausgeschrieben werden – Personal des Kurbetriebs kann eingesetzt werden.

„Ein abschließendes Personalkonzept ist noch in Arbeit“, erklärte Trachte in der Sitzung auf Anfrage von Dieter Schütz (FDP). Zuerst helfen die Badeaufsichten beim Abbau der Bad-Technik, danach können sie nicht nur im Freibad, sondern auch im Bauhof unterkommen: Bei Beschilderung und Ausstattung der Wanderwege besteht Handlungsbedarf. Das Karibikbar-Personal könne im Freibad eingesetzt werden, wo dieses Jahr das Café nicht verpachtet wird. Der Bürgermeister schlägt vor, währenddessen die Öffnungszeiten auszuweiten und die Wassertemperatur zu erhöhen, um es wetterunabhängig zu öffnen.

Wenn der erste Bauabschnitt mit Sauna und Lagune im Dezember 2020 fertig wäre, würde es noch ein Jahr dauern, bis der Hauptteil des Bades zur Verfügung steht. Das Ziel für den ersten Abschnitt erscheine möglich – jedoch warb Trachte für Offenheit: Abhängig davon, wie sehr die Badegäste die Baustelle merken, solle die Gemeinde sich einen späteren Termin vorbehalten. 

Kurz vor Jahresende hatte das Parlament sich zuletzt mit dem Lagunenbad beschäftigt: Dabei ging es um eine Anpassung der Kostenrechnung auf nun 26 Millionen Euro. Das Land Hessen übernimmt gut die Hälfte der Kosten. Nötig ist der fast vollständig Neubau, weil über der einen Gebäudehälfte das Dach nicht sanierbar ist, unter der anderen der Boden.

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