Geplante Baukosten bei 22 Millionen Euro

Willinger Lagunenbad soll fast komplett neu gebaut werden

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Gravierende Änderungen geplant: Am komplett neuen linken Gebäudeteil würde eine ovale Glasfront das Außenbecken einfassen. Der Saunabereich (oben rechts) wird mit einem Garten aufgewertet, der Eingang (unten) völlig überarbeitet.

Willingen. Nur wenige Stücke alte Bausubstanz sollen bestehen bleiben: In Willingen sind Pläne für einen praktisch kompletten Neubau des Lagunenbads vorgestellt worden.

Einen Blick auf das mögliche neue Gesicht des Lagunenbads gab es bei der Sitzung der Gemeindevertretung: Bürgermeister Thomas Trachte stellte den aktuellen Stand der Pläne vor, die auf einen fast kompletten Neubau hinauslaufen.

Die augenscheinlichste Änderung stände demnach dem westlichem Gebäudeteil bevor, dem 1976 errichtetem Solebad: Er würde komplett abgerissen und neu gebaut. Wie berichtet, ist der Boden nicht sanierbar. Mit einer ovalen Glasfront würde das neu entworfene Gebäude den Außenbereich des geplanten Beckens einfassen und vor Wind schützen.

Das Becken soll seine Größe in etwa behalten: Es gebe die Möglichkeit, 25 Meter-Bahnen zu schwimmen, im Vordergrund stände aber Ausstattung wie Massagedüsen, Blubberquellen und Gegenstromanlage. „In ein Freizeitbad gehen Menschen nicht nur zum Schwimmen, sondern zum Erleben, Fühlen und Genießen“, so Trachte. Möglicherweise werde auch ein Deko-Schiff im Becken platziert, wenn es die Badeaufsicht nicht erschwere.

Das Lagunenbecken im Ostteil der Anlage bliebe mit wenigen Änderungen bestehen, darüber würde ein neues Dach die von Feuchtigkeit beschädigte Konstruktion ersetzen und mehr Tageslicht durchlassen. Die Sauna soll ausgebaut werden: Sowohl innen mit Ruhezone als auch außen mit „Saunagarten“, sowie besserer Verbindung zum Bad.

Die Rutschenanlage soll erhalten bleiben

Die Rutschenanlage soll erhalten bleiben, in Teilen auch die Gebäudefront zur Straße hin. Der Eingangsbereich verschwände aber komplett und würde weiter vorgezogen. Er würde Kassen und Kundenbetreuung sowie Arbeitsplätze für Kurbetrieb und Tourist-Info enthalten. Damit wird auch die Möglichkeit geschaffen, Bad und Besucherzentrum später baulich zu verbinden. Die Straße könnte ein verkehrsberuhigter Bereich in Art einer Fußgängerzone werden, äußerte Trachte eine Idee, die noch nicht Teil des Plans ist.

Ein halbes Geschoss über dem Rest ist die Gastronomie mit Außenbereich und Platz für die Badeaufsicht vorgesehen. Wie die 1996 errichtete Kinderbadelandschaft genutzt würde, ist noch nicht klar: Angebote für junge Badegäste sind im Neubau vorgesehen.

Außenbereich soll noch im Herbst saniert werden

Der Bauabschnitt um Lagune und Sauna würde rund vier Millionen Euro kosten, das Land fördert die Umgestaltung der Sauna mit 1,4 Millionen Euro. Noch im Herbst soll der Außenbereich gemacht werden, dass Innere dann in der schwächsten Saison der Bades zwischen Ostern und Sommerferien. Der zweite Abschnitt am bisherigen Solebad würde 17 bis 18 Millionen Euro netto kosten.

„Es geht um 22 Millionen Euro – da hängt viel von den Entscheidungen der Ministerien ab“, sagte Trachte. Es sei mit den heutigen hohen Baukosten gerechnet worden. Förderanträge sollen nächste Woche abgegeben werden. Wenn sie bewilligt werden, sei die Investition groß, aber nach Berechnungen der Verwaltung machbar. Der Neubau soll in Spätherbst oder Winter europaweit ausgeschrieben werden.

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