Wohl nur ein Drittel der üblichen Menge

Nach der Dürre  haben die Willinger wenig Wasser für die Schneekanonen

+
Ganz so sonnig sind die Aussichten nicht: Der Teich auf dem Ettelsberg ist noch von der Schneeschmelze voll. Doch Willingens einzige Versorgung für Schneiwasser wieder aufzufüllen, dürfte im Winter kaum möglich sein.

Willingen. Das Willinger Skigebiet muss in diesem Winter wohl mit weniger Kunstschnee auskommen: Nach der Dürre steht nur ein Drittel des üblichen Wassers zur Verfügung.

Eigentlich sieht es ja vielversprechend aus: Der Novemberschnee gibt einen ersten Eindruck vom Winter, der Speicherteich der technischen Beschneiung oben auf dem Ettelsberg ist voll. Die 52 000 Kubikmeter könnten 385 000 Badewannen füllen. Doch nach dem Dürrejahr ist das eine Momentaufnahme: „Für die Erstbeschneiung reicht das, aber man muss mit jedem Kubikmeter Wasser gut planen“, sagt Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg-Seilbahn.

Nach der Schneeschmelze führte die Hoppecke als Quelle des Teichs und somit der Willinger Beschneiung noch reichlich Wasser, das auf den Ettelsberg gepumpt wurde – da pro Jahr 150 000 Kubikmeter entnommen werden dürfen, wäre das normalerweise die erste von drei Füllungen des Reservoirs. Doch nachdem 2018 pro Quadratmeter mehr als 500 Liter Regen weniger gefallen seien als sonst und der Grundwasserspiegel gesunken sei, werde der Fluss "unter Umständen im Winter nicht immer genug Wasser führen, um mit voller Leistung nachzupumpen".

Die Liftbetreiber müssten sich also gut überlegen, wie sie vorgehen, erklärt Jörg Wilke: „Wir müssen noch genauer schauen, wann und wie wir beschneien.“ Vorsichtig seien sie auch sonst, doch mit nur einem Drittel des Wassers zur Verfügung stehe nach dem ersten Einsatz der Schneekanonen fest: "Wir werden nach heutigem Stand nicht wie gewohnt nachschneien", präzisiert er Mit Glück komme noch Regen. Derweil hält er auch fest, dass die technische Beschneiung nur ein ergänzender Faktor zur Natur sei. Es gebe Hoffnung auf einen kalten und schneereichen Winter, wie Landwirte ihn prognostizierten. Klar ist: „Wasser, das abtaut, sehen wir nicht wieder.“

Im Rest der Wintersportarena Sauerland sieht die Lage nicht wesentlich anders aus: „Für die ersten zwei, drei Tage und damit für die Erstbeschneiung würde es reichen“, ist sich ihr Sprecher Julian Pape sicher. Aber das Wasser sei generell schon knapper als sonst und der Füllstand der Sammelbecken von Skigebiet zu Skigebiet unterschiedlich.

Dass es an der zur Beschneiung nötigen Kälte mangeln könnte, ist nicht ungewöhnlich – dass es beim Wasser knapp wird, hingegen schon. „1976 waren die Talsperren zuletzt so leer wie jetzt“, sagt Julian Pape. Die letzten 15 bis 20 Jahre habe es eine solche Trockenheit nicht gegeben; und beschneit wird immerhin teils schon seit Mitte der 90-er Jahre – wenn auch damals in weitaus geringerem Umfang.

In Willingen hatte die Trockenheit derweil zumindest etwas gutes für den Wintersport: DieBauarbeiten an der neuen Achter-Sesselbahn K1 sind rechtzeitig fertig geworden. Mit mehr Regen und Schlamm wären sie wohl ein größerer Kraftakt geworden, sagt Jörg Wilke und erinnert an die „Schlammschlacht“ beim Bau der Beschneiungsanlagen 2007. Nun seien die Erdarbeiten durch, es sehe ordentlich aus. Seit gut zwei Wochen testen die Ingenieure der Firma Doppelmayr die Bahn in verschiedenen Konstellationen, ab Dienstag kommt der Prüfdienst zur Abnahme. „Wir hoffen, dass wir am 8. Dezember unseren ersten Betriebstag haben“, sagt Jörg Wilke.

Mit Beitrag von Thomas Winterberg / Westfalenpost

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare