„Rückwärts verstehen, vorwärts leben“

Willinger und Schwalefelder feiern Konfirmationsjubiläum

Gemeinsam gefeiert: Schwalefelder und Willinger haben ihre Diamantene, Eiserne und Gnadenkonfirmation begangen. Foto: Natalie Rummel

Willingen.  Die Jahre zwischen 1947 und 1957 sind in Deutschland eine bewegte Zeit. Während die Alliierten das Land in Besatzungszonen aufteilen, die Bundesrepublik entsteht und das Wirtschaftswunder Einzug hält, bereiten sich im Upland Jahr für Jahr Jugendliche auf einen Meilenstein ihres Lebens vor: die Konfirmation. Die Konfirmanden der Jahrgänge 1947, 1952 und 1957 haben sich getroffen, um sich an die gemeinsame Zeit zu erinnern und einen Gottesdienst in der Schwalefelder Pilgerkirche zu feiern.

„Wir feiern heute die Einsegnung vor 60, 65 und 70 Jahren, also die Diamantene, Eiserne und Gnadenkonfirmation“, berichtet die Schwalefelder Pfarrerin Katrin Schröter. Die Prüfung legten die Willinger und Schwalefelder gemeinsam bei Pfarrer Hülsekopf ab. Die Konfirmation erfolgte dann allerdings getrennt – für die Willinger in der alten Kirche, für die Schwalefelder im Kirchsaal.

 Der Festtag beginnt für die 46 damaligen Konfirmanden schon vor dem Gottesdienst. Viele haben sich lange nicht mehr gesehen und umarmen sich freudig, beginnen sofort angeregte Gespräch über gestern und heute. Den Festgottesdienst mit Abendmahl gestaltet Katrin Schröter gemeinsam mit ihrem Willinger Kollegen Christian Röhling und der Kantorei. Im Mittelpunkt der Predigt steht der Psalm 23, der auch als Psalm vom guten Hirten bekannt ist. „Jeder Lebensweg hat Höhen und Tiefen“, erklärt die Pfarrerin. An die dunklen Täler erinnere sich jeder meist genau, aber der Blick für die grünen Auen werde oft erst in der Rückschau auf das Leben geschärft. Katrin Schröter zitiert den dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts.“

26 Frauen und Männer feiern an diesem Tag ihre Diamantene, 15 ihre Eiserne und fünf ihre Gnadenkonfirmation. Zeit, um die angeregten Gespräche des Vormittags fortzusetzen, bleibt am Nachmittag beim Kaffeetrinken im Willinger Gemeindezentrum.

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