Taufen am Christenbörnchen · Ein besonderer Tag auf den Spuren des heiligen Sturmius

„Wir feiern das Leben - von Anfang an“

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Taufe am Christenbörnchen: Unser Bild zeigt von links nach rechts Kristin und Benjamin Kaiser mit Luke, Maren Hildebrandt und Sebastian Saure mit Jonas Paul, Pfarrerin Gisela Grundmann, Sven Vogel und Tanja Leitzbach mit Julian sowie Corinna und Daniel Wilke mit Emma. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen-Usseln - Festgottesdienst am Christenbörnchen: Vier Kinder wurden am Sonntag an dem besonderen Ort in die Gemeinde Jesu Christi aufgenommen. An genau dieser Stelle soll Sturmius, ein Schüler des Bonifatius, vor rund 1250 Jahren die von ihm missionierten Upländer getauft haben.

„Wir feiern das Leben - von Anfang an“ war das Thema des Tages. Mehrere Hundert Besucher folgten der Einladung zum ersten gemeinsamen Gottesdienst des neu gebildeten Kirchspiels, zu dem seit dem Frühjahr neben Usseln und Welleringhausen auch wieder Rattlar gehört. Zahlreiche Willinger und Schwalefelder sowie katholische Mitchristen und Besucher aus anderen Gemeinden waren ebenfalls mit dabei. Das Altersspektrum reichte von den Täuflingen, die erst vor wenigen Monaten das Licht der Welt erblickt haben, bis hin zum 94-jährigen Gustav Born aus Usseln. Für ihn und andere alte Upländer war es ein bewegendes Ereignis, am Christenbörnchen zusammenzukommen, dessen herausragende Bedeutung den Bewohnern der umliegenden Dörfer seit Generationen bewusst ist. Sie alle haben schon von Sturmius und der Missionierung des Uplands gehört.

Die Usselner holen übrigens noch heute das Taufwasser aus der Quelle. Sie war in früherer Zeit Treffpunkt der Kirchgänger aus Schwalefeld und Rattlar, insbesondere aber der Jungen und Mädchen aus den beiden Dörfern, die nach Usseln zum Katechumenen- und Konfirmandenunterricht liefen und ihren ganzen Ehrgeiz darein setzten, als Erste am Christenbörnchen zu sein.

Mit frischem Quellwasser

Pfarrerin Gisela Grundmann taufte am Sonntag vier Kinder mit dem frischen Quellwasser: Julian Leitzbach aus Usseln, Luke Kaiser aus Rattlar sowie Jonas Paul Hildebrandt aus Berlin und Emma Wilke aus Ha­nau-Ostheim, deren familiäre Wurzeln ebenfalls im Upland liegen. Ganz viele Mitwirkende trugen dazu bei, dass das Tauffest für alle Anwesenden zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde: die Usselner Bejjerleute Lars Asmuth, Kristian Küthe und René Lopion, die mit kleinen Handglocken die altüberlieferten Rhythmen und vertrauten Klänge mit hinaus in die Natur brachten; der evangelische Posaunenchor Usseln unter Leitung von Gerhard Biederbick, der die Gemeinde musikalisch einstimmte und begleitete; die Sängerinnen und Sänger des Usselner Kirchenchors „Kilians frohe Töne“ und des gemischten Chors „TonArt“ aus Schwalefeld, die gemeinsam unter der Leitung von Lydia Hucke festlich-fröhliche Akzente setzten; eine kleine Gitarrengruppe, die sich neu zusammengefunden hat und am Sonntag ihren ersten Auftritt absolvierte; Karl Bangert, Tonja Hochmanski, Thomas Wilmes, Hartmut Saure, Claudia Schlensok, Gustav Born, Carola Rieger, Thomas Heimann, Florian Franke und Margit Leithäuser, die den Gottesdienst mitgestalteten und sich hoffnungsvoll zeigten, dass das neue Kirchspiel vertrauensvoll und harmonisch zusammenwächst.

Der Dank der Pfarrerin und der Kirchenvorstände galt Bürgermeister Thomas Trachte und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Veranstaltung und den zahlreichen freiwilligen Helfern, allen voran der Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Usseln, Friedrich Saure und Willi Wilke (Bäumers), die die Anlage am Christenbörnchen pflegen, dem Turn- und Sportverein Usseln sowie den Gemeindegliedern, die für das leibliche Wohl sorgten.

Fazit des ältesten Besuchers Gustav Born: „Es war einfach nur schön.“ Das galt auch für das anschließende Gemeindefest, das dazu beitrug, bewährte Freundschaften zu pflegen und neue Kontakte über Ortsteilgrenzen hinweg zu knüpfen.

Heide gepflanzt

Im Rahmen des Festgottesdiensts wurde eine Schiefertafel angebracht, die an den denkwürdigen Tag erinnert; wir werden darüber noch berichten. Die Familien der Täuflinge pflanzten Heidesträucher. Vielleicht können sich Jonas Paul, Emma, Luke und Julian hier eines Tages mal treffen und ein Sträußchen pflücken.

Von Ulrike Schiefner

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