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Edeka-Chef deckt auf: Bei diesen Produkten zahlen Deutsche im EU-Vergleich drauf

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Von: Lisa Mayerhofer

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Der Edeka-Vorstandsvorsitzende Markus Mosa wirft vor allem den großen Lebensmittelproduzenten deutlich überhöhte Preisforderungen vor. © Müller-Stauffenberg/Imago

Edeka-Chef Markus Mosa wirft den Herstellern von Markenprodukten überhöhte Preisforderungen vor. Im europäischen Ausland seien Schokolade, Ketchup und Co. billiger zu haben.

Berlin – Der Streit zwischen Edeka und vielen Markenherstellern eskaliert seit Jahresbeginn zunehmend. Der Edeka-Vorstandsvorsitzende Markus Mosa wirft vor allem den großen Lebensmittelproduzenten deutlich überhöhte Preisforderungen vor – und zieht nun den Vergleich mit den europäischen Nachbarn.

Edeka spricht von „massiven Preisforderungen“ der großen Markenkonzerne

„Für 2023 liegen uns wieder massive Preisforderungen der großen Markenkonzerne auf dem Tisch. Und das zusätzlich zu den Preiserhöhungen, die bereits im vergangenen Jahr in Deutschland durchgesetzt wurden. Dagegen wehren wir uns“, sagte Mosa im Januar der Bild-Zeitung.

Jahr für Jahr feilschen große Ketten wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl erbittert mit Lieferanten um Preise und Konditionen. Bei diesen Preisverhandlungen im deutschen Lebensmittelhandel wird regelmäßig mit harten Bandagen gekämpft.

Die zusätzlichen Preis-Forderungen von Lieferanten für 2023 belaufen sich laut Edeka bereits jetzt, im Januar, auf 1,2 Milliarden Euro. Das sei nur von der Hälfte der Markenhersteller, viele weitere Forderungen würden noch folgen. Bereits 2022 seien Preiserhöhungen von rund 1,5 Milliarden Euro angefallen. Die ursprünglichen Forderungen der Industrie seien mehr als doppelt so hoch gewesen.

Edeka: Markenprodukte in den Niederlanden und Frankreich billiger

Besonders bitter für Edeka: „Wir Händler werden gezwungen, Markenartikel national einzukaufen, auch wenn das teurer ist und die Verbraucher in Deutschland unnötig belastet“, sagte Mosa der Bild in einem aktuellen Interview. Denn viele Markenprodukte seien im europäischen Ausland günstiger. Die Konzerne täten jedoch „alles, damit ihre Produkte die Grenzen nicht passieren“ und die „Preise möglichst hochzuhalten“, so Mosa weiter zu der Zeitung.

Er veranschaulichte seine Kritikpunkte mit einer Liste von Markenprodukten, die demnach in unseren Nachbarländern Frankreich und Niederlande viel günstiger sind: So würden unter anderem 200 Gramm Nescafé in Deutschland 9,12 Euro kosten, in Frankreich dagegen nur 4,86 Euro. Der Preis für Ketchup der Marke Heinz pro Liter liegt demnach bei 5,98 Euro in Deutschland und in Frankreich bei 3,73 Euro.

Und in den Niederlanden kosten laut Mosa 100 Gramm Milchschokolade von Milka 0,79 Euro, bei uns sind es dagegen 1,29 Euro. Ähnlich verhalte es sich mit TUC Crackern: Sie kosten demnach 1,09 Euro in Deutschland, 0,79 Euro in den Niederlanden.

Mit Material der dpa

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