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Grundsteuer 2022: Hausbesitzer müssen die neue Steuererklärung ab Juli beachten

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Von: Felix Busjaeger

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Neubauten
Nicht nur bei Neubauten wird die Grundsteuer fällig. Jährlich müssen Eigentümer zahlen. Jetzt wird die Grundsteuer 2022 reformiert (Symbolbild). © Julian Stratenschulte/dpa

Die neue Grundsteuer 2022 bringt mit der neuen Steuererklärung eine Menge Arbeit. Eigentümer müssen ab Juli eine Feststellungserklärung abgeben.

Berlin – Die Grundsteuer 2022 ist dieser Tage ein Thema, das viele Menschen in Deutschland beschäftigt. Millionen Hausbesitzer und Eigentümer in Deutschland haben inzwischen Post bekommen und wurden aufgefordert, eine Feststellungserklärung zur Grundsteuer abzugeben. Je nach Bundesland kann diese gesonderte und neue Steuererklärung viel Arbeit mit sich bringen: Während die alte Berechnungsgrundlage der Grundsteuer zum Jahresende 2025 ihre Berechtigung verliert, müssen Grundbesitzer mit den Finanzämtern zusammenarbeiten und so die Neuberechnung der Grundsteuer vorantreiben.

Neue Grundsteuer 2022: Eigentümer müssen mit der Feststellungserklärung eine neue Steuererklärung abgeben

Dass sich die Grundbesitzer in Deutschland in den kommenden Monaten um die Grundsteuer kümmern müssen, kommt nicht überraschend, doch nicht in allen Fällen haben sie Post vom Finanzamt bekommen. Doch es ist mitunter Eile geboten, um alle notwendigen Angaben für die Unterlagen der Grundsteuer 2022 zusammenzutragen. Denn je nach Berechnungsmodell sind womöglich umfangreichere Recherchen notwendig. Die Frist für die neue Steuererklärung bei der Grundsteuer 2022 verstreicht übrigens am 31. Oktober. Wer diese verpasst, riskiert im schlimmsten Fall empfindliche Strafen.

Damit die notwendigen Angaben für die Grundsteuer auch ordnungsgemäß eingereicht werden können, müssen Hausbesitzer und Eigentümer allerdings einiges beachten: Die Herausforderung liegt darin, dass die Länder bei der Berechnung der Grundsteuer vom Bundesmodell abweichen können und eigene Modelle nutzen dürfen. Hierdurch werden unterschiedliche Angaben notwendig, die die Grundlage für die Neuberechnung bilden. Welche Formulare für die Grundsteuer 2022 ausgefüllt werden, ist indes klar: Mehrere Bundesländer haben Vordrucke zur Einsicht veröffentlicht.

Die neue Grundsteuer 2022 kommt: Bundesverfassungsgericht erklärt Steuer bereits 2018 für ungültig

Die jetzige Bemessung der Grundsteuer wurde vom Bundesverfassungsgericht 2018 für ungültig erklärt, da sie nicht dem Grundgesetz entsprach. Kern des Anstoßes waren veraltete Einheitswerte, die gegen das Gleichbehandlungsverbot verstoßen haben. Aus diesem Grund wurde die Reform der Grundsteuer angestoßen, die bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein muss. Zum Jahreswechsel läuft die Übergangsfrist aus und die alte Berechnung der Grundsteuer wird gesetzeswidrig.

Für Eigentümer in Deutschland bedeutet das, dass in den nächsten Jahren noch die Grundsteuer nach der alten Berechnungsgrundlage gezahlt werden muss. Da die Erhebung der neuen Daten für die Grundsteuer 2022 allerdings bereits zum 1. Juli beginnt, müssen Hausbesitzer und Grundbesitzer mit den Finanzämtern zusammenarbeiten, damit die neuen Grundsteuerwerte und Steuermesszahlen festgelegt werden können.

Grundsteuer 2022: Wie muss die Feststellungserklärung abgegeben werden? Steuererklärung zur Grundsteuer mit Elster einreichen

Eigentümer und Hausbesitzer in Deutschland müssen ab dem 1. Juli Daten an die Finanzämter liefern. Das erfolgt mithilfe einer Feststellungserklärung zur Grundsteuer 2022. Diese Steuererklärung für die Grundsteuer umfasst je nach Bundesland und angewendeten Berechnungsmodell unterschiedliche Angaben. Der empfohlene Weg für die Abgabe der Grundsteuer 2022 erfolgt über „Mein Elster“. Hierfür müssen Nutzer über ein Konto verfügen – dabei kann das gleiche wie bei der Einkommenssteuererklärung genutzt werden.

Wer kein Konto bei Elster hat, muss mitunter mehrere Wochen einplanen, bis der Zugang freigeschaltet wurde, um die Unterlagen für die Grundsteuer formgerecht einreichen zu können. In Härtefällen ist es ebenfalls möglich, die Feststellungserklärung zur Grundsteuer 2022 in Papierform abzugeben. Während einige Bundesländer allerdings eine digitale Abgabe vorschreiben, wählte der Freistaat Bayern einen anderen Weg: Hier wurde die Steuererklärung für die Grundsteuer auch grundsätzlich in Papierform ermöglicht.

Grundsteuererklärung ohne Elster einreichen: „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ macht es möglich

Ab dem 4. Juli steht für die Länder, die bei der Reform der Grundsteuer das Bundesmodell nutzen, ein Online-Angebot zur Verfügung. Mit „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ können Eigentümer in Deutschland ganz ohne Elster die Formulare für die Grundsteuer 2022 ausfüllen. Sie müssen sich allerdings online registrieren und einen Freischaltcode nutzen.

Neuberechnung der Grundsteuer: Wie berechnet sich die Grundsteuer 2022?

Wie bisher auch wird die Grundsteuer 2022 aus einem dreistufigem Verfahren berechnet: Zunächst bewerten die einzelnen Finanzämter die Grundstücke anhand des Grundsteuerwerts, dann wird dieser Wert mit der Steuermesszahl verrechnet. In einem dritten Schritt passt die jeweilige Kommune ihren Hebesatz an. Wie die Grundsteuer 2022 berechnet wird, bleibt somit gleich. Der Unterschied liegt allerdings insbesondere in der Neubewertung des Grundsteuerwerts. Dieser kann durch die Reform der Grundsteuer je nach Bundesland auf unterschiedliche Weise berechnet werden.

Welche Daten für die Neubewertung der Grundsteuer von Hausbesitzern und Eigentümern benötigt werden, unterscheidet sich anhand der Verfahren, die die Bundesländer anwenden. So kann es sein, dass mitunter der Arbeitsaufwand unterschiedlich groß ausfallen wird.

Grundsteuererklärung 2022: Welche Formulare für die Grundsteuer abgegeben werden müssen

Im Paragraf 228 Absatz 6 des Bewertungsgesetzes wurde vorgeschrieben, dass die Erklärung zur Feststellung der Grundsteuer 2022 verpflichtend elektronisch an die Finanzämter übermittelt werden muss. Davon abweichend können die einzelnen Bundesländer es ermöglichen, dass die Formulare für die Steuererklärung der Grundsteuer auch bei Härtefällen oder sonstigen Gründen in Papierform abgegeben werden kann. In Bayern etwa wurde eine Empfehlung zur digitalen Abgabe ausgesprochen.

Was ist die Grundsteuer 2022?

Die Grundsteuer 2022 ist eine steuerliche Abgabe, die alle Eigentümer von Grundstücken in Deutschland einmal pro Jahr bezahlen müssen. Profiteure der Steuer sind die Gemeinden: Durch die Einnahmen aus der Grundsteuer erhalten sie jährlich etwa 15 Milliarden Euro – mit dem Geld wird unter anderem die örtliche Infrastruktur finanziert. Die Grundsteuer stellt für Gemeinden eine der wichtigsten Einnahmequelle dar.

Welche Formulare für die neue Grundsteuer 2022 eingereicht werden müssen, unterscheidet sich ebenfalls anhand der angewendeten Modelle zur Berechnung der Grundsteuer. Viele Bundesländer haben inzwischen sogenannte Vordrucke für die Unterlagen und Formulare der Grundsteuer 2022 veröffentlicht. Diese dienen zur Orientierung über die notwendigen Daten, die Eigentümer bei den Finanzämtern angeben müssen. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilt, werden die elektronischen Formulare für die Grundsteuererklärung voraussichtlich ab 1. Juli 2022 über „Mein Elster“ abrufbar sein. Mit „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ wurde zudem eine vereinfachte Möglichkeit zur Übermittlung für die Grundsteuer 2022 geschaffen.

Bundesmodell der Grundsteuer und Modelle der Länder zur Berechnung der Grundsteuer

Die Reform der Grundsteuer 2022 ist also bereits im vollen Gage und bringt eine Reihe von Berechnungsmodellen für die Grundsteuer, die von der Politik beschlossen worden sind. Denn je nach Bundesland kann mitunter eine andere Grundlage für die Neuberechnung genutzt werden. Während der Bund ein Bundesmodell vorgibt, das in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen angewendet wird, gibt es weitere Modelle der Bundesländer zum Berechnen der Grundsteuer 2022. Ein Überblick:

In Bayern gilt ein Flächenmodell für die Reform der Grundsteuer. Auch in Baden-Württemberg wird auf ein verändertes Modell bei der Berechnung der Grundsteuer 2022 gesetzt. Zum Einsatz soll ein modifiziertes Bodenwertmodell kommen. Hamburg hat sich bei der Neuberechnung für ein Wohnlagenmodell entschieden. Das Flächen-Faktor-Modell wird in Hessen eingesetzt. Niedersachsen nutzt ein Flächen-Lage-Modell. Während einige Bundesländer deutlich vom Bundesmodell bei der Berechnung der Grundsteuer 2022 abweichen, kommen in Sachsen und im Saarland nur veränderte Steuermesszahlen zum Einsatz.

Grundsteuer 2022: Für Neuberechnung müssen Eigentümer Feststellungserklärung abgeben

Während am 1. Juli die Frist für die Feststellungserklärung zur Grundsteuer 2022 startet und bei Hausbesitzern mit großer Sicherheit noch einige Fragen offen sind, ist bei der Reform der Grundsteuer eine Sache gewiss: Die Höhe der Grundsteuer bestimmen auch künftig drei Werte: Grundsteuerwert, Steuermesszahl und Hebesatz. Damit ist auch klar, wie sich die Grundsteuer 2022 auch ab dem Jahr 2025 zusammensetzen wird.

Welche Daten und Angaben tatsächlich für die Höhe der Grundsteuer ausschlaggebend sind, ist je nach Bundesland unterschiedlich. Unter anderem können der Bodenrichtwert und die Nettokaltmiete sowie Grundstücksart, Grundstücksfläche und das Alter des Gebäudes für die Berechnung ausschlaggebend sein.

Bodenrichtwert bei der Grundsteuer: Neuberechnung startet am 1. Juli

Der Bodenrichtwert kommt bei manchen Modellen zur Neuberechnung der Grundsteuer zum Einsatz und ist dabei ein Wert, der sich aus dem durchschnittlichen Preis für eine Anzahl ähnlicher Grundstücke ergibt. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Grundstückspreis. In der Regel wird der Bodenrichtwert von einem Gutachterausschuss ermittelt und pro Quadratmeter angegeben. 

Grundsteuer 2022 Steuererklärung: Das kommt nun auf Hausbesitzer und Eigentümer zu

Durch die Neuberechnung der Grundsteuer 2022 stehen Eigentümer in Deutschland in den kommenden Monaten vor viel Arbeit, doch am Ende könnte sich die zusätzliche Steuererklärung auch für sie lohnen. Da die alte Berechnungsgrundlage teilweise sehr veraltete Werte nutzte, ist es mitunter dazu gekommen, dass mancherorts die Grundsteuer als ungerechtfertigt angesehen wurde.

Während Eigentümer zeitnah ihre Unterlagen für die Grundsteuer sortieren müssen, gibt es bereits seit Monaten auch deutliche Kritik an der Reform: Verbraucherschützer hatten in mehreren Bundesländern den Umfang der Angaben kritisiert und gefordert, dass die Neubewertung der Grundsteuer 2022 vereinfacht werden müsse, um Eigentümer nicht zu überfordern.

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