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Airlines erwarten starken Reisesommer trotz Corona - und stimmen Fluggäste auf steigende Ticket-Preise ein

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Eine Passagiermaschine der Lufthansa startet vom Flughafen in Frankfurt am Main.
Airlines rechnen 2022 mit einer Erholung von den vergangenen Corona-Jahren. © Boris Roessler/dpa

Die Corona-Pandemie hält die Reisebranche weiter in Atem. Doch für den Sommer wächst bei den Airlines die Zuversicht.

Frankfurt/Dublin - Alle Hoffnungen der weiterhin unter der Corona-Pandemie leidenden Airlines richten sich auf einen Reiseboom im Sommer. Europas passagierstärkster Billigflieger Ryanair sieht nach Worten von Airline-Chef Michael O‘Leary eine starke Erholung kommen, wenn es bis nach Ostern keine erneuten Rückschläge durch Corona geben sollte.

Deutschlands größter Ferienflieger Eurowings stieß am Montag ins selbe Horn. „Trotz aller Ernüchterung zum Jahresstart bin ich optimistisch, dass es ein gutes Reisejahr wird“, sagte der Chef der Lufthansa-Tochter, Jens Bischof. Mit mehr Personal, mehr Flugzeugen und anziehenden Buchungen für die Zeit ab Ostern stehe Eurowings „vor einem steilen Aufstieg“. Die letzten Wochen waren dagegen eher von Flugstreichungen und Buchungseinbruch geprägt, nachdem die neue Virusvariante Omikron für neue Reiseschranken und Unsicherheit sorgte.

Corona: Flugbranche erholte sich 2021 nur langsam

Zuversichtlich über eine kräftige Erholung dank voranschreitender Corona-Impfungen waren die Airlines auch vor einem Jahr. Doch die Branche konnte die Krise 2021 nicht so weit hinter sich lassen wie erhofft, hatte kürzlich etwa der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft erklärt. Europa-Flüge, auf die sich Eurowings fokussiert, erholten sich 2021 schneller als Interkontinentalflüge oder innerdeutsche Verbindungen. Die Nachfrage danach in Deutschland erhöhte sich nach Daten des Flughafenverbandes ADV im vergangenen Jahr um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr, lag damit aber noch 64 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Bei den Ticketpreisen wird es nach Einschätzung der Airline-Manager eher nach oben gehen. Schon im vergangenen Jahr waren sie nach Angaben des BDL bei innereuropäische Flügen um gut ein Fünftel gestiegen. Ryanair-Boss O‘Leary rechnet mit knapperem Angebot durch die Konkurrenz. Zudem steigen mit dem Ölpreis die Kerosinkosten, auch Gebühren an Flughäfen ziehen an. Er wüsste deshalb nicht, warum es keine starke Preiserholung geben solle bis in den Hochsommer hinein. Die Billigairline verkaufte Tickets im Zeitraum April bis September im vergangenen Jahr für 33 Euro durchschnittlich auf einer Strecke. Das waren 30 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019.

Eurowings-Chef rechnet mit höheren Ticketpreisen

„Ich würde eher die Prognose wagen, dass die Preise steigen“, sagte auch Eurowings-Chef Jens Bischof. Neben höheren Treibstoffkosten und Gebühren liege das auch daran, dass sich die Branche nach Verlusten in der Pandemie wieder gesund wirtschaften wolle. Bei frühzeitigem Buchen seien meist günstigere Preise zu ergattern, wie es schon vor der Corona-Krise üblich war. Mit über 100 Flugzeugen und mehr als 140 Zielen im Programm wolle Eurowings bei der Kapazität im Sommer das Vorkrisenniveau erreichen. Ryanair kündigte an, 14 Prozent mehr Angebot als zwei Jahre zuvor zu planen.

Der Optimismus der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sorgt für neue Jobs in Cockpit und Kabine. Nachdem viele Piloten und Flugbegleiter durch die Corona-Krise auf der Straße standen*, können sie sich jetzt wieder bewerben. Eurowings stockt dieses Jahr um 550 Flugbegleiter und 200 Piloten auf, nachdem im vergangenen Jahr schon 750 Stellen besetzt wurden. Auch der deutsche Konkurrent Condor fährt das Flugpersonal hoch, mit 150 neuen Stellen für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter und 180 für Pilotinnen und Piloten.

Spitzenreiter bei den Urlaubszielen im Sommer ist bei Eurowings wie Condor die spanische Insel Mallorca. Die Lufthansa-Tochter plant bis zu 380 Abflüge von mehr als 20 Flughäfen in der Woche und damit mehr als 2019. Condor will bis zu 126 Flüge pro Woche von zehn Airports in Deutschland, Österreich und der Schweiz losschicken, so viele wie nie zuvor. (rtr) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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