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Politik sieht Kredit als Chance für Quelle

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Von: Anonym WLZ

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- Nach der Zustimmung des Bundes zu einem Überbrückungskredit für den insolventen Fürther Versandhändler Quelle sprechen CSU und SPD übereinstimmend von einer „fairen Chance“ für das Unternehmen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonte jedoch zugleich: „Quelle ist mitnichten, wie es einige behaupten, jetzt gerettet.“ Er appellierte an das Unternehmen, sich nun neu aufzustellen. Der staatliche Massekredit über 50 Millionen Euro hat laut bayerischem Finanzministerium eine Laufzeit bis Ende des Jahres und muss dann zurückgezahlt werden. Bis dahin muss das Geschäft also wieder angelaufen sein.

Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mahnte: „Die nächsten Wochen und Monate müssen nun konsequent genutzt werden. Denn Quelle hat noch einen schwierigen Weg vor sich.“ Er begrüßte, dass der Bund sich „nach langem Zögern“ doch noch zur Hilfe entschlossen habe. Das Unternehmen und die 10 000 Familien der Quelle-Mitarbeiter hätten dies verdient. Am Dienstagvormittag sollte der bayerische Anteil von 21 Millionen Euro an dem Kredit noch einmal offiziell vom Kabinett abgesegnet werden.

Vom Koalitionspartner FDP sind dabei keine Schwierigkeiten zu erwarten. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zeigte sich erleichtert über die Entscheidung aus Berlin: „Die Menschen in der Region Nürnberg/Fürth können erst einmal aufatmen.“ Sobald auch die EU-Kommission dem Kredit zustimme, könne der Winterkatalog weiter planmäßig gedruckt und ausgeliefert werden. Die EU wollte noch am Dienstag über die Zulässigkeit der staatlichen Hilfe entscheiden.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte: „Das ist eine gute Lösung für Quelle und die Beschäftigten, aber gleichzeitig auch für die Steuerzahler.“ Seine Bedingungen für eine Kreditvergabe seien erfüllt worden. „Erstens: Ausreichende Sicherheiten für den 25-Millionen-Kredit des Bundes. Zweitens: Vorrangige Sicherung dieses Kredites vor dem gleich hohen Kreditvolumen der Länder Sachsen und Bayern.“

Auch Guttenberg betonte, dass der Bund erst am Montag die letzten noch notwendigen Zusagen bekommen habe. „Wir geben solche Mittel nur, wenn die Mittel des Steuerzahlers wieder zurückfließen, und das ist gesichert“, sagte Guttenberg. Steinbrück sei gemeinsam mit ihm in dieser Sache „sehr vernünftig“ vorgegangen.

Der designierte bayerische SPD-Vorsitzende Florian Pronold betonte: „Es war höchste Zeit, dass die Länder Sachsen und Bayern zusammen mit dem Bund und den beteiligten Banken auf einen guten Nenner gekommen sind.“ Er appellierte an die Belegschaft und den Insolvenzverwalter, „gemeinsam die Chance zum Comeback“ zu nutzen. Die Nachrufe einiger in den letzten Tagen seien verfrüht gewesen.

Der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) sagte, die Zusage sei „spät, aber nicht zu spät“ gekommen. Dem traditionsreichen Versandhaus, dessen Hauptsitz sich in Fürth befindet, stehe nun „noch ein dorniger und steiniger Weg“ bevor. Aber zumindest gebe es jetzt wieder eine Chance.

ddp

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