Aufträge auf Papier

Postbank kassiert 99 Cent für Überweisung

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Foto: Die Postbank verschickt derzeit Informationsschreiben an ihre Kunden mit dem Hinweis auf die künftige Gebühr.

Hannover - Die Deutsche Postbank verärgert mit einer Gebührenentscheidung einen Teil ihren Kundschaft. Betroffen sind vor allem Kunden, die noch Überweisungsaufträge auf Papier einreichen. Dies soll vom 1. April an je Auftrag 99 Cent kosten.

Bislang war dieser Service kostenlos. Entsprechende Informationsschreiben verschickt das zur Deutschen Bank gehörende Institut derzeit an ihre Klientel. Als kostengünstige Alternative empfiehlt das Geldhaus den Wechsel zum Online-Banking oder Telefon-Banking.

Zu den betroffenen Kunden zählt Dieter Miehe aus Pattensen. Die neue Gebühr sei „schlicht Abzocke“, schrieb er in einem Brief an die Postbank. Er habe nichts dagegen, einen kleinen Betrag von zum Beispiel 10 Cent zu bezahlen, nicht aber von fast einem Euro, meint er. Ähnlich äußerte sich Lieselotte Loft aus Hannover. „Gegen eine Gebühr von 30 Cent hätte ich nichts einzuwenden, aber einen Euro je Überweisung - das finde ich unverschämt.“

Postbank wirbt für kostenfreies Girokonto

Bislang wirbt die Postbank für ein kostenfreies Girokonto bei einem regelmäßigem Geldeingang von mindestens 1000 Euro monatlich. Ansonsten werden 5,90 Euro pro Monat fällig. Ein Postbanksprecher begründete die Entscheidung mit der Lage am Kapitalmarkt. „Früher konnten wir mit den Kontoguthaben noch etwas verdienen.“ Dies sei wegen der auf null geschrumpften Zinssätze vorbei. Zugleich verursachten die beleghaften, also auf Papier eingereichten Zahlungsvorgänge, hohe Kosten. Nur noch 3,9 Prozent der Überweisungen bei der Postbank würden auf Papier eingereicht, der Löwenanteil dagegen online oder per Telefon, hieß es.

Kunden sollten sich an ihren Berater in der Filiale wenden, riet der Postbanksprecher. Dieser könne ihnen häufig Möglichkeiten zeigen, Überweisungsaufträge ganz zu vermeiden. So ließen sich die allermeisten Zahlungen von der Miete bis zur Versandhausrechnung heutzutage auch per Lastschrift abwickeln.

Was meinen Sie? Geldinstitute erheben für Papierüberweisungen oftmals eine Gebühr. Stört sie das? Ja, in meinen Augen ist das Abzocke. Nein, das nehme ich in Kauf. Ich überweise nur online. // set a new cookie with expiry ten minutes function setPollCookie() { expiry = new Date(); expiry.setTime(expiry.getTime()+(10*60*1000)); document.cookie = "LastURIPoll=;path=/;expires=" + expiry.toGMTString(); }

So verfahren andere Kreditinstitute

Andere Kreditinstitute verlangen schon heute teils saftige Gebühren, wenn Kunden mit einem Papierauftrag zur Filiale kommen. Bei der Sparkasse Hannover zum Beispiel gilt dies aber nur, wenn ein Kunde sich grundsätzlich für das (bei mindestens 1000 Euro monatlichem Gehaltseingang) kostenlose Online-Banking entschieden hat. In diesem Fall werden sogar 1,50 Euro fällig. Ansonsten sind die Überweisungen in der monatlichen Grundgebühr enthalten. Ähnlich verfährt die Hannoversche Volksbank. Hier reichen die Gebühren für herkömmliche Papieraufträge je nach Kontomodell von 0,50 Cent bis 1,50 Euro.

Dagegen sind Überweisungen bei der Sparda-Bank Hannover grundsätzlich kostenlos - egal ob ein Kunde sie auf Papier, per Telefon oder online veranlasst. Daran soll sich nach Angaben einer Sprecherin auch nichts ändern. „Das kostenlose Girokonto unabhängig von der Art der Nutzung ist ein Grundpfeiler unseres Geschäftsmodells“, hieß es.

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