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Postbank muss mit Bußgeld rechnen

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Von: Anonym WLZ

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- Der Postbank droht wegen ihres Datenskandals ein empfindliches Bußgeld. Die Öffnung der Girokontodaten von Millionen Kunden für 4000 freie Finanzberater halten Datenschützer für einen klaren Rechtsverstoß.

Über das monatliche Einkommen, Unterhaltszahlungen oder Sparanlagen konnten sich die Berater so informieren. Der Missbrauch ist womöglich kein Einzelfall. „Das Vorgehen der Postbank ist rechtswidrig, wir prüfen derzeit Sanktionen“, sagte Bettina Gayk von der zuständigen Landesbehörde für Datenschutz am Freitag.

Die Postbank habe die Konten ihrer Kunden ohne deren ausdrückliche Zustimmung dem Einblick von Finanz- und Anlageberatern geöffnet und damit gegen den Datenschutz verstoßen. Auch eine pauschale Einwilligung zur Datenweitergabe, die viele Kunden erteilten, decke dieses Vorgehen nicht, betonte Gayk. Denn kaum einem Bankkunden sei bewusst, wie weit die Bank dieses Einverständnis im eigenen Interesse auslege. So bekamen die Handelsvertreter des Konzerns zum Beispiel Einblick in sämtliche Kontoumsätze, um den 14 Millionen Postbankkunden danach gezielt Geldanlagen oder Versicherungen anbieten zu können.

„Nur wenn Kunden der Kontoeinsicht ausdrücklich zustimmen, wäre so ein Vorgehen zulässig“, sagte Gayk. Von dieser Zustimmung rät die Datenschützerin aber dringend ab. Die Stiftung Warentest, die den Skandal aufgedeckt hat, empfiehlt allen Postbankkunden, das Institut schriftlich aufzufordern, die Weitergabe von Daten zu Verkaufs- oder Werbezwecken sofort zu unterlassen.

Die Postbank hat in der Zwischenzeit versichert, dass der Zugriff auf die Kontodaten für die Finanzberater vorerst gesperrt worden sei. Tatsächlich sperrte die Bank aber nur den Zugriff auf die Konten jener Kunden, die einer Weitergabe ihrer Daten ohnehin nicht zugestimmt haben, wie Verbraucherschützer monieren.

wup

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