Eckdaten für Härteprüfung gesetzt

Startschuss für Bankenstresstests

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London - Finanzkrisen sollen nicht noch einmal große Banken ins Wanken bringen – und mit ihnen womöglich die ganze Wirtschaft. Aufseher unterziehen die Kreditwirtschaft daher regelmäßig sogenannten Stresstests. Ermittelt werden soll, wie krisenfest die Institute inzwischen sind.

Die Vorbereitungen für die nächsten Banken-Stresstests beginnen: Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat am Freitag in London erste Eckdaten für ihre 2014 geplante Härteprüfung festgelegt. Dabei müssen die 124 größten Banken in der Europäischen Union unter Beweis stellen, dass sie für einen neuen Krisenfall gerüstet sind.

Dafür wird die EBA ein Stressszenario mit einem Wirtschaftseinbruch aufstellen. Dabei darf die harte Kernkapitalquote der Banken nicht unter den Wert von 5,5 Prozent fallen. Andernfalls sollen die Institute gezwungen werden, ihre Puffer zu stärken. Das genaue Szenario will die EBA im April veröffentlichen. Die Ergebnisse sollen Ende Oktober vorliegen.

Der EBA-Stresstest soll auch die Basis für die geplante Belastungsprobe der Europäischen Zentralbank bilden. Die EZB übernimmt Ende dieses Jahres die Oberaufsicht über die Banken der Eurozone. Um vorher Problemfälle zu entdecken, müssen sich die rund 130 Institute einem dreistufigen Gesundheitscheck der EZB stellen. Die EZB strebt dem Vernehmen nach bislang mit 6 Prozent eine strengere Kapitalvorgabe als die EBA an. Viele Details der Überprüfung sind noch offen.

Die EBA ist die Oberaufsicht für alle Banken in der EU. Bislang arbeitete sie vor allem mit den nationalen Aufsichtsbehörden in den einzelnen Mitgliedsstaaten zusammen. Künftig wird auch die EZB Mitglied bei der EBA, wenn sie die Aufsicht über die Banken der Eurozone übernimmt.

dpa

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